Wetterextrem: New Yorker feiern bei 21 Grad
Aktualisiert

WetterextremNew Yorker feiern bei 21 Grad

In den USA herrscht zu Weihnachten ungewöhnlich warmes Wetter mit gefährlichen Stürmen. Teile Südamerikas versinken im Hochwasser, in anderen herrscht Dürre.

von
kko

Zu Weihnachten spielt auf dem amerikanischen Kontinent das Wetter verrückt. In grossen Teilen der USA lagen die Temperaturen am 24. Dezember bei über 20 Grad. Mit 21 Grad wurde in New York ein neuer Wärmerekord verbucht, nach Angaben des nationalen Wetterdienstes könnten die Temperaturen dort während des Tages sogar noch auf über 23 Grad steigen. Der bisherige Rekord hielt der Tag des Heiligen Abends 1996 mit 17,2 Grad.

Derweil zogen heftige Stürme über den Süden des Landes und rissen mindestens sieben Menschen in den Tod. Betroffen waren die US-Staaten Indiana, Mississippi, Tennessee und Arkansas. Bis zur Atlantikküste gab es am Donnerstag immer noch heftige Unwetter mit Regengüssen, die Tornadogefahr wurde aber geringer. Dutzende wurden durch die Stürme verletzt, Autos, Häuser und Büros zerstört.

Tote und Schwerverletzte

Alleine in Mississippi gebe es mehr als 40 zum Teil Schwerverletzte, sagte der Sprecher der örtlichen Katastrophenschutzbehörde. Einige von ihnen hätten auch Gliedmassen verloren.

Ein siebenjähriger Junge wurde getötet, als der Sturm das Auto seiner Eltern hochhob, in Arkansas starb eine 18-Jährige, als ein Baum durch das Fenster in ihr Schlafzimmer krachte. Die eineinhalbjährige Schwester der Jugendlichen, die im gleichen Zimmer schlief, konnte von Einsatzkräften gerettet werden.

Regen in Paraguay, Dürre in Kolumbien

Auch in Südamerika litten Menschen unter dem Wetter. Am Donnerstag wurden in der argentinischen Provinz Entre Ríos 10'000 Menschen in Sicherheit gebracht, nachdem der Río Uruguay seinen höchsten Stand seit fast 100 Jahren erreicht hatte. Zehntausende weitere könnten folgen, teilte die Provinzregierung mit.

Auch in Paraguay mussten nach schweren Regenfällen 100'000 Menschen aus ihren Häusern geschafft werden, in Uruguay waren es mehr als 4000.

Experten machen das Phänomen El Niño für die Wetterextreme in Südamerika verantwortlich. Weiter nördlich, in Kolumbien, hat der in diesem Jahr besonders starke El Niño einen gegenteiligen Effekt. Dort herrscht eine extreme Dürre. Die Behörden fürchten bereits, dass die Wasserreserven für die Stromversorgung knapp werden könnten. Deshalb wurden auch viele öffentliche Gebäude in diesem Jahr nicht mit Weihnachtsbeleuchtung dekoriert. (kko/sda)

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