Mega-Deal – Newcomer Flixbus schluckt legendäres US-Busunternehmen Greyhound
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Mega-DealNewcomer Flixbus schluckt legendäres US-Busunternehmen Greyhound

Nach drei Jahren auf dem US-Markt schnappt sich Flixbus den grössten Mitbewerber Greyhound. Für das traditionsreiche Unternehmen lässt Flixbus 172 Millionen Dollar springen.

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Die Markle Greyhound steht seit Generationen für Fernbusreisen auf dem amerikanischen Kontinent.

Die Markle Greyhound steht seit Generationen für Fernbusreisen auf dem amerikanischen Kontinent.

Reuters
Das traditionsreiche US-Unternehmen wechselte für 172 Millionen Dollar den Besitzer…

Das traditionsreiche US-Unternehmen wechselte für 172 Millionen Dollar den Besitzer…

Reuters
…und gehört nun zum Münchner Unternehmen Flixmobility.

…und gehört nun zum Münchner Unternehmen Flixmobility.

Imago

Darum gehts

  • Das deutsche Unternehmen Flixmobility kauft den traditionsreichen Busunternehmer Greyhound.

  • Ziel des Unternehmens ist es, in den USA eine umweltfreundliche Alternative zum Privatauto anzubieten.

  • Flixbus hat grosse Pläne für den US-Markt, muss aber noch ein Image-Problem lösen.

Die Reiseplattform Flixmobility kauft das US-Fernbusunternehmen Greyhound Lines, den grössten Anbieter von Fernbusreisen in Nordamerika. Für rund 172 Millionen Dollar (158 Mio. Franken) übernimmt das Münchner Unternehmen, das in Deutschland vor allem für seine Marken Flixbus und Flixtrain bekannt ist, 2400 Ziele in den USA, wie beide Seiten am Donnerstagmorgen mitteilten. «Gemeinsam werden Flixbus und Greyhound der gestiegenen Nachfrage nach umweltfreundlicher Mobilität in den USA Rechnung tragen», erklärte Flixmobility-Mitgründer André Schwämmlein. Greyhound hatte seit 2007 der britischen Firma Firstgroup gehört.

Fernbusse hätten eine «hervorragende Umweltbilanz» – der Verkehrsträger werde für eine nachhaltige Mobilitätswende weltweit entscheidend sein, begründete Flixmobility seine Expansionspläne. «Menschen in ganz Nordamerika wünschen sich völlig zu Recht erschwingliche und nachhaltige Reisealternativen zum privaten Auto», erklärte Schwämmlein.

Image von Bussen soll cooler werden

Wie Flixmobility mit der traditionsreichen Marke Greyhound mittelfristig verfahren will, blieb zunächst offen. Im Moment bleibe alles beim alten, beide Unternehmen arbeiteten getrennt voneinander, hiess es. «Mit einer über 100-jährigen Geschichte wissen wir, wie wertvoll die Marke Greyhound ist und wir freuen uns darauf, in der Zukunft von der Erfahrung zu profitieren», teilte Flixmobility mit. Wie Schwämmlein gegenüber der «Frankfurter Allgemeinen» angibt, strebt Flixbus die Marktführerschaft in den USA an. Der Markt habe das Potential, so gross zu werden wie der von ganz Europa. Dazu müsse sich aber das Image noch ändern. «Wir wollen den Menschen zeigen, dass es mit dem Bus eine attraktive Alternative zum Auto gibt», so Schwämmlein. Das Ziel sei, «dass man irgendwann in den Hollywood-Filmen Flixbusse sieht.»

Flixbus ist der grösste Fernbusanbieter Europas. Seit 2018 ist das Unternehmen auch in den USA aktiv. Es startete mit 27 Zielen in den grössten Städten des Südwestens, darunter Los Angeles und Las Vegas und weitete seitdem sein Angebot auf 195 Ziele aus.

Greyhound verbindet aktuell 2400 Ziele in Nordamerika mit fast 16 Millionen Fahrgästen pro Jahr. Das Unternehmen mit dem springenden Windhund als Logo wurde 1914 in den USA gegründet und verfügt heute über 1300 Fahrzeuge. Zuletzt litt der Anbieter stark unter der Corona-Krise, nachdem ihm zuvor schon die Konkurrenz durch Billig-Airlines zu schaffen gemacht hatte. Im Mai dieses Jahres teilte Greyhound mit, sein Streckennetz in Kanada gänzlich aufzugeben.

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(DPA/AFP/trx)

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