«Kein schöner Anblick» - News-Scout findet trächtigen Feldhasen tot vor seinem Haus
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«Kein schöner Anblick»News-Scout findet fünf tote Feldhasen vor seinem Haus

Regelmässig sieht ein Wattwiler in seiner Region Feldhasen. Am Dienstag hat er ein totes Tier entdeckt. Der ausgerückte Wildhüter stellte fest: Der Hase war trächtig mit vier Jungtieren. Alle starben durch einen Unfall.

von
Michel Eggimann
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Vor seinem Haus entdeckte ein Mann aus Wattwil einen toten Hasen.

Vor seinem Haus entdeckte ein Mann aus Wattwil einen toten Hasen.

News-Scout
Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um einen trächtigen Feldhasen mit vier ungeborenen Tieren handelte. Am nächsten Tag erschien wieder ein Hase vor seinem Haus.

Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um einen trächtigen Feldhasen mit vier ungeborenen Tieren handelte. Am nächsten Tag erschien wieder ein Hase vor seinem Haus.

News-Scout
Er ist sich sicher, dass der trächtige Hase von einem Auto angefahren wurde. (Symbolbild)

Er ist sich sicher, dass der trächtige Hase von einem Auto angefahren wurde. (Symbolbild)

Jagdrevier Wattwil-Schönenberg

Darum gehts

  • Bei einem Unfall kam ein weiblicher Feldhase mit vier Ungeborenen ums Leben.

  • Der trächtige Hase wurde von einem Fahrzeug angefahren.

  • Ein News-Scout hat die Tiere vor seinem Haus gefunden.

  • Bei der Wildhut ist der Fall bekannt, sie mahnt Autofahrer zur Vorsicht.

«Es war kein schöner Anblick», so ein News-Scout zu seinem Fund vom Dienstag vor seiner Haustüre in Wattwil SG. Er fand einen toten Feldhasen. Wie sich herausstellte, war es ein weiblicher trächtiger Feldhase. Nicht nur die Mutter sondern auch alle vier ungeborenen Jungtiere sind ums Leben gekommen. Der News-Scout ist überzeugt: «Der weibliche Feldhase wurde von einem Auto angefahren, das mit einer hohen Geschwindigkeit unterwegs war.» Sonst hätte der Aufprall nicht für eine solche Wucht und diese Auswirkungen gesorgt. Er sehe nachts regelmässig Feldhasen und habe immer Freude, wenn dies passiere. Umso trauriger machte ihn der Anblick vom Dienstagmorgen.

Am Mittwochmorgen, als es schon hell war, sei dann wieder ein Feldhase bei ihm vor dem Haus gewesen. «Er ist zuerst ein bisschen entfernt stehen geblieben. Dann ist er näher gekommen und hat begonnen zu schnüffeln. Ich bin überzeugt, dass er den verstorbenen Hasen suchte», so der Wattwiler.

Tragischer Vorfall

Ein Wildhüter des Jagdreviers Wattwil-Schönenberg ist zum Unfall ausgerückt. Obmann Peter Eicher sagt: «Der trächtige Hase wurde zu 100 Prozent von einem Auto angefahren. Er war kurz vor dem Setzen. Die Jungtiere wären in den nächsten Tagen zur Welt gekommen.» Er spricht von einem tragischen Vorfall, so etwas könne aber passieren. Der Obmann des Jagdreviers hat in dieser Gegend in letzter Zeit selbst auch mehrere Feldhasen gesehen. Dass ein Tier bewusst an den Ort des Unfalls ging, glaubt er nicht. «Das zeigt mehr, dass es einen guten Bestand an Feldhasen gibt, sonst wäre nicht einen Tag später am gleichen Ort wieder ein Tier gewesen», so Eicher. Hasen lebten alleine, ergänzt er.

Laut Benedikt Jöhl, dem zuständigen Wildhüter beim kantonalen Amt für Natur, Jagd und Fischerei, kommt es ab und zu vor, dass ein Feldhase von einem Auto angefahren wird und stirbt. Er sagt: «Uns sind die Feldhasen in dieser Region bekannt. Im gesamten Kanton St. Gallen hat es pro Jahr ein bis zwei Dutzend Feldhasen.» Diese Zahl variiere aber sehr stark. Besonders in der Nacht und während der Dämmerung seien die Tiere auch auf Strassen anzutreffen. Jöhl sagt: «Zu diesen Tageszeiten sollten die Autofahrer besonders bei Hauptstrassen ausserorts ihr Tempo den äusseren Bedingungen anpassen. An gewissen Orten überqueren verschiedenste Wildtiere die Strasse.» Zugleich meint der Wildhüter aber auch, es könne jederzeit passieren, dass ein Tier vor das Auto springt. Auch ein schnelles Tier wie ein Feldhase könne dann nicht mehr entkommen.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Tierschutz Schweiz (anonym möglich)

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