Generali Versicherung reagiert - Newsletter zur eingetragenen Partnerschaft löst Shitstorm aus
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Generali Versicherung reagiertNewsletter zur eingetragenen Partnerschaft löst Shitstorm aus

Die Generali Versicherung hat einen Newsletter über das Thema eingetragene Partnerschaft verschickt und zahlreiche negative Rückmeldungen erhalten. Jetzt wehrt sich die Firma auf Facebook.

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Barbara Scherer
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Die Generali Versicherung hat einen Newsletter zum Thema eingetragene Partnerschaft verschickt.

Die Generali Versicherung hat einen Newsletter zum Thema eingetragene Partnerschaft verschickt.

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Anlass für den Newsletter gab der Pride-Monat Juni.

Anlass für den Newsletter gab der Pride-Monat Juni.

20min/Matthias Spicher
Denn noch dürfen gleichgeschlechtliche Paare in der Schweiz nicht heiraten. Im September geht die Vorlage dazu «Ehe für alle» vors Stimmvolk.

Denn noch dürfen gleichgeschlechtliche Paare in der Schweiz nicht heiraten. Im September geht die Vorlage dazu «Ehe für alle» vors Stimmvolk.

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Darum gehts

  • Im Hinblick auf den Pride-Monat Juni hat die Versicherung Generali einen Newsletter verschickt.

  • Darin geht es um die rechtlichen Vorteile einer eingetragenen Partnerschaft.

  • Darauf hat Generali zahlreiche negative Rückmeldungen erhalten und auf Facebook Stellung bezogen.

Wer in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebt, kann in der Schweiz nicht heiraten. Dafür gibt es die eingetragene Partnerschaft. Wie diese rechtlich funktioniert und welche Vorteile sie bringt, darüber hat die Generali Versicherung in einem Newsletter aufgeklärt, im Hinblick auf den Pride-Monat Juni.

Doch das kam nicht bei allen gut an: «Belästigt mich nie mehr mit solchen sinnlosen Themen», schreibt etwa eine Person in einer Mail an Generali. Andere Kunden bezeichnen den Newsletter als Blödsinn oder sogar als ekelhaft.

Versicherung bezieht Stellung auf Facebook

Bei der Versicherung ist man entsetzt über die negativen Rückmeldungen der Kundinnen und Kunden: «Die Reaktionen auf unseren Social Media Kanälen und per E-Mail sind überwältigend – überwältigend schockierend», schreibt das Unternehmen auf Facebook.

Generali schätze und fördere Vielfalt und toleriere kein diskriminierendes und menschenverachtendes Verhalten, heisst es weiter.

Rund 20 solcher negativen Rückmeldungen seien per Mail eingegangen: «Dass sich Kunden die Mühe machen, aufgrund eines Anderssein solch diskriminierende Emails zu schreiben, hat eine schockierende neue Qualität», sagt Mike Fuhrmann, Marketingchef von Generali zu 20 Minuten.

Auf Facebook habe man sogar rund 100 negative Kommentare erhalten. Gut zehn Personen musste die Firma wegen diskriminierender Inhalte sogar blockieren. «Wir akzeptieren grundsätzlich jede Meinung, sofern diese nicht diskriminierend, verletzend oder herablassend ist», erklärt Fuhrmann.

Die Generali-Versicherung stehe für Vielfalt ein und fördere die Einzigartigkeit jedes einzelnen Menschen: «Das sind unsere Werte. Es ist jedem und jeder selbst überlassen, diese Werte zu teilen.»

Firmen sollten klare Haltung zeigen

Am Newsletter von Generali hat Unternehmensberater Reinhard Vissa nichts auszusetzen: «Es handelt sich dabei um informative Fakten zum Thema eingetragene Partnerschaft.» Der Text enthalte keine Wertung und hätte von jeder Firma geschrieben werden können.

Der Facebook-Post sei hingegen eher heftig ausgefallen. «Die Wortwahl wirkt etwas angriffslustig. Generali hätte sich auch neutraler ausdrücken können», so Vissa. Grundsätzlich sei die Reaktion aber gut. Damit stelle die Firma ihre Werte klar dar.

«Ein Unternehmen sollte eine klare Haltung zu solchen Themen einnehmen und mitteilen», erklärt Vissa. Weil viele negative Reaktionen über Facebook kamen, sei es auch angebracht auf der gleichen Plattform zu reagieren. «E-Mails sollte man aber immer direkt beantworten», sagt Vissa.

Das ist die Abstimmung «Ehe für alle»

Vor sieben Jahren reichten die Grünliberalen (GLP) im Nationalrat eine Forderung zur «Ehe für alle» ein. Im Dezember 2020 verabschiedete das Parlament die Gesetzesvorlage. Doch weil konservative Kräfte das Referendum ergriffen, kommt das Gesetz erst am 26. September zur Abstimmung. Die Vorlage würde allen Paaren, egal welchen Geschlechts, die gleichen Rechte geben. Gleichgeschlechtliche Paare könnten dann heiraten. Heterosexuelle Paare könnten zudem neu eine eingetragene Partnerschaft eingehen.

LGBTIQ: Hast du Fragen oder Probleme?

Hier findest du Hilfe:

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Du-bist-du.ch, Beratung und Information

Lilli.ch, Information und Verzeichnis von Beratungsstellen

Milchjugend, Übersicht von Jugendgruppen

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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