Bundesratsersatzwahl: SVP nominiert Albert Rösti und Hans-Ueli Vogt

BundesratsersatzwahlAlbert Rösti und Hans-Ueli Vogt sind die SVP-Kandidaten

Am Freitagabend verkündete die SVP an ihrer Fraktionssitzung die beiden Namen für ihr Zweierticket. Die beiden nominierten sind Albert Rösti und Hans-Ueli Vogt.

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Newsdesk

20 Minuten
  • Fünf Kandidatinnen und Kandidaten stellten sich in den letzten Woche für die Nachfolge des scheidenden Bundesrats Ueli Maurer zur Verfügung.

  • Hans-Ueli Vogt, Albert Rösti, Werner Salzmann, Michèle Blöchliger sowie Heinz Tännler sind im Rennen.

  • Am Freitagabend verkündete nun die SVP das Zweierticket, welches aus Hans-Ueli Vogt und Albert Rösti besteht.

  • Albert Rösti schaffte die Nomination mühelos, während es zwischen Hans-Ueli Vogt und Werner Salzmann zum Stichentscheid kam.

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Freitag, 18.11.2022

Zusammenfassung

Am Freitagabend hat die SVP im Rahmen ihrer Fraktionssitzung die beiden Personen bekannt gegeben, die sich ins Rennen um die Bundesratsnachfolge Ueli Maurers begeben.

  • Die beiden Nominierten sind Albert Rösti und Hans-Ueli Vogt.

  • Albert Rösti schaffte es mühelos ins Zweierticket.

  • Hans-Ueli Vogt hat es in einem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Werner Salzmann zur Nomination gebracht.

  • Ein vierter Wahlgang war nötig, nachdem Salzmann und Vogt beim dritten gleichauf gewesen waren. Schliesslich setzte sich Vogt mit einer Stimme Vorsprung durch.

  • Die einzige Frau im Rennen, Michèle Blöchliger, war ohne Chance.

  • Nach der Nomination geben sich Albert Rösti und Hans-Ueli Vogt versöhnlich und betonen ihre Gemeinsamkeiten sowie die Wichtigkeit der SVP-Werte.

Ende der Medienkonferenz

Damit ist die Medienkonferenz beendet. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Kommt es zur Spaltung zwischen Vogt und Salzmann?

Ein Journalist möchte wissen, ob das knappe Resultat zwischen Hans-Ueli Vogt und Werner Salzmann zu bösem Blut zwischen den beiden oder innerhalb der Fraktion führe. Vogt verneint jedoch. Die Fraktion lasse sich durch das Resultat nichts spalten. «Herr Salzmann und ich versicherten uns bereits heute Nachmittag, dass uns nichts auseinanderbringen wird», so Vogt. Dasselbe gelte auch für die Fraktion als Ganzes.

«Wir werden den Wahlkampf miteinander bestreiten»

Auch Hans-Ueli Vogt bedankt sich für das Vertrauen der Parteileitung. Besonderen Dank spricht er aus, weil er aus dem Nationalrat zurückgetreten war und somit quasi ausserhalb des Prozesses war. «Wir werden den Wahlkampf miteinander bestreiten, denn die Werte der SVP sind uns beiden wichtig», so Vogt.

«Werden alles für einen fairen Wahlkampf geben»

Albert Rösti bedankt sich für die Nomination. «Hans-Ueli Vogt und ich werden bei den Hearings, die jetzt kommen, sehr fair sein und für die Parteiwerte einstehen», betont Rösti. Beide werden alles für einen fairen Wahlkampf geben.

Abstimmungsergebnisse

Auf dem ersten Platz sei Albert Rösti gelandet mit 26 Stimmen. 25 Stimmen betrug das absolute Mehr. Beim zweiten Platz gab es insgesamt vier Wahlgänge. Werner Salzmann und Hans-Ueli Vogt lagen beim dritten Durchgang gleichauf. Am Schluss setzte sich Vogt mit 26 Stimmen vor Salzmann mit 25 Stimmen durch.

Albert Rösti und Hans-Ueli Vogt sind nominiert

Schnell gibt Thomas Aeschi das Zweierticket bekannt: Dieses besteht aus Albert Rösti und Hans-Ueli Vogt.

Thomas Aeschi begrüsst die Kandidierenden

«Alle Kandierenden haben einen ausgezeichneten Leistungsausweis und sind für die Kandidatur geeignet», betont Aeschi. Alle seien heute angehört worden und allen seien viele Fragen gestellt worden. «Sämtliche Kandidierende stehen für die SVP-Werte ein», sagt Aeschi.

Medienkonferenz beginnt

Endlich geht es los. Thomas Aeschi, Marco Chiesa und Céline Amaudruz betreten das Podium und begrüssen die Anwesenden. Auch die Kandidierenden begeben sich an den Tisch.

Kandidierende sind bereit

Vier der Kandidierenden sind bereits in Position. Die Pressekonferenz sollte in den nächsten Minuten beginnen.

Heinz Tännler, Michèle Blöchliger, Albert Rösti und Werner Salzmann warten auf den Beginn der Medienkonferenz.

Heinz Tännler, Michèle Blöchliger, Albert Rösti und Werner Salzmann warten auf den Beginn der Medienkonferenz.

20 Minuten

Beginn der Bekanntgabe verzögert sich

Der Beginn der Medienkonferenz verzögert sich wohl noch um einige Minuten – der Saal in Hérémence ist aktuell noch leer.

20 Minuten

Point de Presse um 17.30 Uhr

Die Point de Presse, bei der die SVP-Fraktion über die Nomination für die Bundesratsersatzwahl informiert, ist auf 17.30 Uhr angesetzt. Veranstaltungsort ist die Gemeinde Hérémence im Kanton Wallis. Dabei sein werden Nationalrat Thomas Aeschi (ZG), Fraktionspräsidentin und Nationalrätin Céline Amaudruz (GE), Vizepräsidentin SVP Schweiz sowie die zuhanden der Bundesversammlung nominierte Kandidatin bzw. nominierten Kandidaten.

Für den freiwerdenden Bundesratssitz haben sich Regierungsrätin Michèle Blöchliger, der Zürcher Alt-Nationalrat Hans-Ueli Vogt, der Zuger Regierungsrat Heinz Tännler, der Berner Nationalrat Albert Rösti und der Berner Ständerat Werner Salzmann beworben.

Bundesratskandidat Hans-Ueli Vogt

Am 19. Oktober verkündete die SVP die Kandidatur von Hans-Ueli Vogt. Die Kandidatur des Zürchers, der in der Fraktion eher als Aussenseiter gilt, kam überraschend.

Vogt trat 2021 aus dem Nationalrat zurück und gab gegenüber dem «Tages-Anzeiger» an, sein Naturell habe nicht zum Politbetrieb gepasst. Gegenüber 20 Minuten sagte Vogt dann, er wollte nie die Politik aufgeben – das Parlament sei schlicht nicht das optimale Spielfeld für ihn gewesen.

«Als Bundesrat ist man Vorsteher in einem Departement. Hier geht es darum, mit dem Departement und seinen Mitarbeitern bestimmte Ziele zu erreichen. Das entspricht mir», sagt Hans-Ueli Vogt.

«Als Bundesrat ist man Vorsteher in einem Departement. Hier geht es darum, mit dem Departement und seinen Mitarbeitern bestimmte Ziele zu erreichen. Das entspricht mir», sagt Hans-Ueli Vogt.

Schweizer Parlament

Vogt gilt als fachlich sehr versiert. In juristischen Fragen kann ihm im Bundeshaus kaum jemand das Wasser reichen. Auch ausserhalb der SVP geniesst er Respekt. Vogt ist sehr feinfühlig und gilt als sensibel. Ihm gelinge es, auf die Anliegen von Minderheiten einzugehen und diese ernst zu nehmen.

Jedoch hat er mit seinem Rücktritt 2021 im Bundeshaus viel Goodwill verspielt. Vor allem, dass er damals sagte, sein Naturell passe nicht zum Politikbetrieb, aber nun die Kehrtwende macht und gleich für das höchste Amt im Land kandidiert, wird ihm als inkonsequent ausgelegt.

Bundesratskandidatin Michèle Blöchliger

Am 17. Oktober gab die Nidwaldner Regierungsrätin Michèle Blöchliger ihre Kandidatur für den freiwerdenden Bundesratssitz bekannt.

Für die Nidwaldnerin sprechen vor allem ihre Herkunft und ihr Geschlecht. Sie ist die einzige Frau, die Interesse am Amt bekundet hat. Die Innerschweiz ist zudem seit fast 20 Jahren nicht mehr im Bundesrat vertreten. Jedoch ist Blöchlinger in Bern kaum bekannt und hat somit kein Netzwerk über die SVP hinaus.

Zur Motivation der Kandidatur sagt Blöchliger: «Wir leben in einem wunderbaren Land mit einer einzigartigen Demokratie. Nirgendwo können Bürger so viel mitbringen und mitbestimmen wie bei uns. Es interessiert nicht Herkunft und Hautfarbe. Der Schweiz dürfen wir Sorge tragen. Darum bin ich Politikerin geworden.»

Bundesratskandidat Heinz Tännler

Der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler gab seine Kandidatur um den freiwerdenden Bundesratssitz am 15. Oktober bekannt.

«Die Partei soll eine Auswahl haben», zitiert das «Tagblatt» den 62-jährigen Zuger Finanzdirektor. Gemeint ist eine Alternative zu Werner Salzmann und Albert Rösti, die beide aus dem Kanton Bern stammen.

Tännler gibt an, in Gesprächen mit Politikerinnen und Politkern sowie Wirtschaftsvertreterinnen und -vertretern sei klar geworden, dass sich viele wieder einen Bundesrat aus der Region wünschen. Dies sei seit dem Rücktritt von Kaspar Villiger im Jahr 2003 nicht mehr der Fall gewesen.

Gegenüber den anderen beiden Kandidaten, Werner Salzmann und Albert Rösti, hat Heinz Tännler den Nachteil, dass er nicht bereits Mitglied im Bundesparlament ist. Bereits im Jahr 2015 war Heinz Tännler als Bundesratskandidat im Spiel. Zugunsten seines Parteikollegen Thomas Aeschi hatte er sich damals aber zurückgezogen.

Bundesratskandidat Albert Rösti

Am 10. Oktober bestätigte SVP-Nationalrat Albert Rösti seine Kandidatur um einen Sitz im Bundesrat.

Rösti gilt gemeinhin als der grosse Favorit. Er ist weit über die SVP-Grenzen hinaus wählbar. Er verfügt im Bundeshaus über ein grosses Netzwerk und gilt als gemässigt und als Sachpolitiker.

«Die Kandidatur ist ein eigenständiger Entscheid, der darauf basiert, dass meine Partei mich unterstützt»: SVP-Nationalrat Albert Rösti.

«Die Kandidatur ist ein eigenständiger Entscheid, der darauf basiert, dass meine Partei mich unterstützt»: SVP-Nationalrat Albert Rösti.

20min/Stefan Lanz

Doch gibt es auch Zweifel. «Albert Rösti gilt zwar in weiten Kreisen als Favorit, allerdings ist seine Wahl noch längst nicht sicher», sagt Polit-Analyst Mark Balsiger zu Röstis Kandidatur. Balsiger geht davon aus, dass SVP-Urgestein Christopher Blocher Werner Salzmann als Kandidaten bevorzugen könnte. Albert Rösti wurde zudem das schlechte Abschneiden der SVP bei den Wahlen 2019 angehängt.

Bundesratskandidat Werner Salzmann

Bereits am 7. Oktober gab der Berner Ständerat Werner Salzmann bekannt, dass er um die Nachfolge von Bundesrat Ueli Maurer kandidieren möchte. Salzmann gilt als ausgewiesener Fachmann in der Sicherheitspolitik, man sagt ihm aber auch Interesse an anderen Themen nach.

«Ich habe das Anforderungsprofil eingehend studiert und kam zum Schluss, dass ich dieses erfülle», erklärte Salzmann damals gegenüber «Nau.ch». Ihn reize die Herausforderung, sich noch stärker für die Schweiz einzusetzen.

Ob Salzmann auch ausserhalb der Sicherheitspolitik dossierfest ist, muss sich derweil noch zeigen. Ausserhalb der eigenen Partei ist er eher mässig beliebt.

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