Nez Rouge kämpft ums Überleben
Aktualisiert

Nez Rouge kämpft ums Überleben

Freiwillige der Aktion Nez Rouge werden auch an den diesjährigen Weihnachtstagen und um den Jahreswechsel 2004/05 im Einsatz stehen und Fahruntüchtige gratis nach Hause chauffieren.

Dies dank einmaligen Spenden unter anderen der Loterie romande.

Wie am Freitag der Präsident der Stiftung Nez Rouge, Jean-Luc Baierlé, auf Anfrage sagte, geht der Überlebenskampf weiter. Nez Rouge drohe das Aus, wenn der Fonds für Verkehrssicherheit auf der Streichung seiner jährlichen Unterstützung von 150 000 Franken beharre. Während rund zehn Jahren waren diese Gelder geflossen.

Im Mai hatten Nez Rouge und die Walliser Schwesterorganisation Help beim Bundesrat gegen die Streichung der Unterstützungsgelder durch den Fonds für Verkehrssicherheit Rekurs eingelegt. Die Beschwerde wurde im Namen von Nez Rouge und Help von der Dachorganisation «Alkohol im Strassenverkehr» eingereicht.

Nez Rouge hatte für 2004/05 einen Zustupf von 150 000 Franken, Help einen solchen von 30 000 bis 40 000 Franken beantragt. Hunderte von Freiwilligen führen jeweils über die Festtage angeheiterte und nicht mehr fahrtüchtige Autolenker und-lenkerinnen kostenlos nach Hause.

Der Fonds für Verkehrssicherheit sieht in der Aktion keine vorbeugende Massnahme, sondern eine Ermunterung zum Alkoholkonsum. Ihm stehen jährlich 15 bis 16 Millionen Franken zur Verfügung. Sie stammen aus einem Beitrag, den jeder Motorfahrzeughalter zusammen mit seiner Haftpflichtversicherungsprämie bezahlt.

Entscheid beim Bundesrat

Der privatrechtlich organisierte Fonds steht unter der Aufsicht des Bundesrates. Dieser hat den Fonds sowie Nez Rouge zu einer Darlegung ihrer Argumente bis Mitte September aufgefordert. Anschliessend will er entscheiden.

Einzig vom Entscheid des Bundesrat abhängig sein möchte Baierlé nicht: Neben grösstmöglichen Kosteneinsparungen sucht die Stiftung aktiv nach neuen Partnern, die sie finanziell unterstützen, vor allem in der Versicherungsbranche. (sda)

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