Lohn oder Schmerzensgeld: NFL droht ein Lockout

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Lohn oder SchmerzensgeldNFL droht ein Lockout

Seit zehn Tagen läuft die Saison in der amerikanischsten aller Mannschaftssportarten. Gut möglich, dass es die letzte NFL-Spielzeit für eine ganze Weile ist.

von
sco
Milliarden-Business American Football: Pierre Garcon von den Indianapolis Colts versucht vor NY Giant Corey Webster einen Pass zu fangen. (Keystone)

Milliarden-Business American Football: Pierre Garcon von den Indianapolis Colts versucht vor NY Giant Corey Webster einen Pass zu fangen. (Keystone)

Der Countdown auf der Website der Spielergewerkschaft NFLPA verheisst nichts Gutes. Er steht bei 160 Tagen. Dann ist der 6. Februar 2011 und der

45. Super Bowl, der Saison­final. Wie es danach weitergeht, ist ungewiss. NFLPA-Chef DeMaurice Smith wurde kürzlich gebeten, die Wahrscheinlichkeit einer Ausschliessung auf einer Skala von 1 bis 10 zu beziffern. Seine Antwort: «14».

Es geht um Geld, natürlich. Wie in den Lockouts der NHL 1994/95 und 2004/05, die dem Schweizer Eishockey viele Weltstars und noch mehr Spektakel brachten. Die Besitzer wollen die Regular Season verlängern und den Umsatz erhöhen, Spielergehälter reduzieren und Maximallöhne für Rookies. Doch den Arbeitskampf nur auf einen mone­tären Zwist zu reduzieren, griffe zu kurz. Es geht auch darum, für wie viel Geld die Stars ihre Gesundheit ruinieren.

Mehr als 60 Prozent der Spieler haben während der Karriere mindestens eine Gehirnerschütterung erlitten. 26 Prozent drei oder mehr. Viele greifen zu Doping, Spätfolgen wie Herzerkrankungen inbegriffen. Und Studien haben ergeben, dass der Prozentsatz an ehemaligen Football-Spielern, die an Alzheimer oder anderen Gedächtniskrankheiten leiden, 19-mal so hoch ist wie bei Männern im gleichen Alter, die nicht Football gespielt haben. «Man muss auch daran denken, was nach der Karriere passiert», sagt Ray Lewis von den Baltimore Ravens. Daran, was nach dieser Saison passiert, mag heute kein Football-Fan denken.

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