28.03.2019 03:48

Unsichtbare Armut

«Nicht alle armen Leute tragen kaputte Kleider»

Armut ist nicht immer sichtbar. Doch was macht Betroffenen das Leben besonders schwer? Erzähl uns von deinen Erfahrungen!

von
sto
1 / 5
Wer von Armut betroffen ist, sieht man oft nicht auf den ersten Blick.

Wer von Armut betroffen ist, sieht man oft nicht auf den ersten Blick.

iStock
In der Schweiz sind laut neusten Zahlen 615'000 Menschen arm. Am stärksten betroffen sind Personen über 65 Jahre. Frauen haben zudem das grössere Armutsrisiko als Männer.

In der Schweiz sind laut neusten Zahlen 615'000 Menschen arm. Am stärksten betroffen sind Personen über 65 Jahre. Frauen haben zudem das grössere Armutsrisiko als Männer.

BFS
Ausländer sind überproportional oft arm.

Ausländer sind überproportional oft arm.

BFS

In einem berührenden Tumblr-Post beschreibt ein User, wie schwierig es für ihn sei, der Armut zu entkommen. Er habe es einem Freund, der noch nie in seinem Leben arm war, versucht zu erklären. Dieser habe ihm geantwortet: «Spar einfach Geld.»

Doch wie soll er sparen, wenn der Lohn nur knapp für den Lebensunterhalt reicht? Viele armen Menschen würden versuchen zu sparen: «Manchmal schaffe ich es, ein paar hundert Franken auf mein Sparkonto zu überweisen. Aber dann kommen unerwartet Rechnungen rein und alles verschwindet wieder.»

«Ich weiss nicht, wann ich wieder Geld für Jeans habe»

User «rrojasandribbons» schreibt, dass er deshalb das Geld ausgeben müsse, wenn er es zur Verfügung hat: «Wenn ich neue Jeans brauche und grad 30 Franken habe, dann kaufe ich ein Paar. Denn ich weiss nicht, wann ich wieder Geld dafür habe.»

Sein Freund findet: «Du musst keine neuen Kleider kaufen, du könntest die 30 Franken sparen.» Klar, wenn es sozial akzeptiert wäre, ohne Hosen herumzulaufen, entgegnet er ihm. «Dann wäre es für arme Leute vielleicht möglich, der Armut zu entkommen.» Aber bis es so weit sei, müsse er halt neue Jeans kaufen, wenn die alten Löcher hätten oder ihm zu klein seien.

«Armut muss nicht wie schmutzige Kinder ohne Schuhe aussehen»

Deshalb sehe man jemandem nicht immer auf den ersten Blick an, dass er arm ist. «Leute, die in der Mittelschicht aufwachsen und finanziell abgesichert sind, scheinen zu glauben, dass Armut wie schmutzige Kinder ohne Schuhe aussieht.» Das könne sein, sei aber oft nicht der Fall.

Armut in der Schweiz

Auch in der Schweiz können sich viele Leute den Lebensunterhalt kaum finanzieren. 7,5 Prozent der Bevölkerung sind laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) von Armut betroffen. Das heisst, dass in unserem Land rund 615'000 Personen monatlich weniger als 2247 Franken zur Verfügung haben.

Oft leben die Betroffenen aber im Verborgenen. «Man wird nicht gesehen, nicht gehört», sagt Gabriela Feldhaus in einer SRF-Video-Serie. Kino, Zeitschriften und Ferien seien Dinge, die sie sich nicht leisten könne. «Armut ist unsichtbar», findet auch Christoph Ditzler in derselben Serie. Ausgeschlossen fühlt er sich vor allem dadurch, dass er nicht immer Zugang zum Internet hat.

Bist oder warst du selber von Armut betroffen? Wie hast du überlebt, wenn das Geld nicht reichte, und was hast du sonst für Erfahrungen gemacht? Schreib es uns via Formular!

Community-Push

Abonniere jetzt den Community-Push und verpasse nie wieder die witzigsten Videos aus dem Netz, virale Geschichten, die dich berühren, spannende Live-Chats, intime Leser-Beichten oder die neuste Folge «Laura knows better»! Hier kannst du den Push installieren (funktioniert nur in der App)!

Social Media

Du findest uns übrigens auch auf Facebook und Instagram!

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.