Nicht alle Promis schafften den Sprung nach Bern
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Nicht alle Promis schafften den Sprung nach Bern

Dass Prominenz alleine noch keine Garantie für einen Sitz in Bern ist, zeigen die Ergebnisse der jüngsten Eidgenössischen Wahlen.

Zwar schafften etwa der Unternehmer Otto Ineichen, der Verleger und CEO Filippo Leutenegger oder Sportsgrössen ihre Wahl. Andere müssen weiterhin auf einen Auftritt auf der eidgenössischen Politbühne warten.

Im Kanton Luzern gelang dem als «Robin Hood der KMU» geltenden Unternehmer Otto Ineichen (FDP) als Quereinsteiger den Sprung in den Nationalrat. Für die Zürcher FPD konnte der frühere «Arena»-Dompteur und heutige Verleger Filippo Leutenegger einen Nationalratssitz machen. Zwei Walliser, die den Bundesbetrieb aus eigener Tätigkeit von innen kennen, waren ebenfalls erfolgreich. Der nicht ganz freiwillig zurückgetretene frühere Postdirektor Jean-Noel Rey wurde für die SP und der Vizedirektor des Bundesamts für Landwirtschaft, Christophe Darbellay, für die CVP in den Nationalrat gewählt. Ein Comeback feiert auch der Mitte der 1990-er Jahre über eine Finanzaffäre gestrauchelte Waadtländer SVP-Staatsrat Pierre Francois Veillon, der als SVP-Nationalrat gewählt wurde.

Der Meteorologe Patrick Hächler, der für die Zürcher CVP kandidiert hatte, kann sein Donnerwetter dagegen vorerst nicht im Nationalratssaal verbreiten. Er schaffte immerhin den ersten Ersatz auf der Nationalratsliste. Weniger Glück hatte der Zürcher Pfarrer Ernst Sieber von der EVP, der schon früher einmal im Nationalrat «gepredigt» hatte. Die Transsexuelle Esther Brunner, die früher Christian hiess und sich für die Zürcher Jungsozialisten um einen Nationalratssitz beworben hatte, wurde nicht gewählt. Chancenlos blieb auch die ehemalige Swiss-Re-Managerin und WWF-Schweiz-Geschäftsleiterin und heutige Unternehmerin Carol Franklin Engler, die im Kanton Zürich für das Freie Forum kandidiert hatte.

In sportlicher Hinsicht dürfte der Nationalrat nicht zugelegt haben. Zwar wurden Simon Schenk, Sportchef der ZSC-Lions, im Kanton Bern und Peter Spuhler, Verwaltungsrat der ZSC-Lions, im Kanton Thurgau problemlos als Nationalräte wiedergewählt. Andere Sportler schafften die Wahl nicht. So etwa im Bündnerland Lorenz «Lolo» Schmid (CVP), ehemals national bekannter Eishockeyspieler und heutiger Anwalt, in Basel der ehemalige Handball-Internationale Markus Lehmann oder im Kanton St. Gallen der Präsident des FC St. Gallen, Thomas Müller. Heinz Tännler von der SVP, abtretender Einzelrichter im Eishockeyverband, blieb im Kanton Zug als Nationalratskandidat erfolglos. Der St. Galler Gelegenheitsarbeiter und ehemalige Expo-Botschafter Albert Nufer von den Grünen, der sich unter anderem als Verstärkung für den FC Nationalrat empfohlen hatte, muss sich nach anderen Mitspielern umschauen. (dapd)

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