David Zibung: «Nicht das Gesicht, das wir zeigen wollen»
Aktualisiert

David Zibung«Nicht das Gesicht, das wir zeigen wollen»

Der FC Luzern verschläft den Rückrundenstart gegen die Grasshoppers und verliert 1:3. Coach Carlos Bernegger ist enttäuscht, Goalie David Zibung verspricht Besserung.

von
Eva Tedesco

Goalie David Zibung äussert sich zum verpatzten Rückrundenstart und verspricht Besserung. (Video: 20 Minuten)

«Hallo Luzern! Es geht wieder los!», stand auf dem Matchprogramm der Luzerner. Bis in die Kabine der Innerschweizer hat es wohl kein Exemplar geschafft. Denn bis die Equipe von Trainer Carlos Bernegger realisierte, dass es tatsächlich losgegangen war, lag sie gegen GC schon 0:2 im Rückstand. Da zeigte die Matchuhr gerade mal die 13. Spielminute an. In der 9. Minute traf Shkelzen Gashi zum 1:0, nachdem FCL-Keeper David Zibung einen Freistoss nur ungenügend hatte abwehren können. Vier Minuten später erhöhte Michael Lang per Kopf zum 2:0. Der Hopper hatte alle Zeit der Welt, den Ball einzunicken, nachdem ihn die komplette Luzerner Abwehr vergessen hatte.

Gut, der FCL musste in seinem Rückrunden-Auftaktspiel auf die verletzten Spieler Sava Bento, Dimitar Rangelov, Dario Lezcano, François Affolter und auf den gesperrten Florian Stahel verzichten. Das allein kann aber nicht der Grund dafür gewesen sein, dass die Leuchten den kollektiven Tiefschlaf schliefen und Laufbereitschaft und Einsatzwillen vermissen liessen. Caio (20.) und Gashi (21.) hatten die Chancen zum 3:0 und 4:0 auf dem Fuss. Nach einer knappen halben Stunde hätte es gut und gerne 4:0 für GC heissen können. Der FCL wäre gut bedient gewesen. Dank Glanzparaden von Keeper Zibung blieb den Innerschweizern diese Ohrfeige erspart.

«Es wurde viel geredet im Vorfeld und grosse Erwartungen geschürt. Das war zu verlockend», sagte Bernegger. «Ich bin riesig enttäuscht. Ich leide sehr.» Rang 2, mit nur einem Punkt Rückstand auf Leader Basel vor dem Spiel glaubten wohl viele, es ginge automatisch so weiter wie in der Vorrunde. «Es war nicht gut genug, um so einen starken Gegner in Bedrängnis zu bringen», so Bernegger weiter. «Wir konnten nicht die notwendige Leichtigkeit auf den Platz bringen und das hat GC knallhart bestraft. Es zeigt, dass wir realistisch bleiben müssen.»

Caio und Ronaldo

«Wir haben überhaupt nicht ins Spiel gefunden und nach dem 0:2 war klar, dass es gegen GC schwierig wird», sagt David Zibung. Wobei der FCL-Goalie beim ersten GC-Treffer selber keine gute Falle machte. «Das sieht man in Spanien von Wochenende zu Wochenende, wenn Cristiano Ronaldo solche Freistösse tritt. So einen Flatterball kannst du als Goalie unmöglich kontrolliert abwehren. Caio hat diese Technik auch. Zudem hatte Gashi Glück, weil wir den Ball nicht besser abgeblockt haben. Das war sicher nicht das Gesicht des FC Luzern, das wir aus der Vorrunde kennen, aber auch nicht das Gesicht, das wir in der Rückrunde zeigen wollen.»

Nach der zweiten Heimniederlage der Saison – schon die erste kassierten die Luzerner gegen GC (0:2 im September) – rutscht der FCL in der Tabelle auf den vierten Rang ab und muss YB (2.) und GC (3.) vorbeiziehen lassen. Bitter, zumal sich die Zentralschweizer in der Winterpause so viel vorgenommen hatten. «Es ist sicher nicht alles so gelaufen, wie wir es wollten, aber wir müssen auch nicht alles hinterfragen deshalb. Wir werden den Match analysieren und dann wissen, was wir falsch gemacht haben. In einer Woche wird man einen anderen FC Luzern sehen», verspricht Zibung.

Das wäre dann am Samstag im Berner Oberland gegen den FC Thun. Man wird sehen.

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