Aktualisiert

Netzberührung von RaonicNicht die feine kanadische Art

Milos Raonic erreicht bei seinem Heimturnier die Viertelfinals. Er bezwingt Juan Martín Del Potro in zwei Sätzen. Aber ein fahler Nachgeschmack bleibt, und Sympathien für den Kanadier gehen flöten.

von
mol

Am Donnerstag bezwang Milos Raonic im Achtelfinal Juan Martín Del Potro in Montreal in zwei Sätzen 7:5, 6:4. Der Kanadier schaffte im zweiten Durchgang beim Stand von 4:3 für Del Potro das Re-Break und sicherte sich am Ende den Satz und somit das Match. Doch Roanic hätte den Ball zum Servicedurchbruch nie erhalten dürfen.

Es war das erste Aufeinandertreffen zwischen Del Potro und Raonic. Der Kanadier durfte vor heimischem Publikum antreten, und natürlich wollte er zeigen, was er kann. Im Vorfeld hatte man sich viel von diesem Aufeinandertreffen versprochen. Und die Zuschauer wurden nicht enttäuscht. Schnell führte Raonic im ersten Satz mit Break 3:1. Ein Auftakt nach Mass. Doch bereits im nächsten Aufschlagspiel gelang Del Potro das direkte Re-Break. Es war ein harter Kampf, bis dem Kanadier erneut der Servicedurchbruch zum 7:5 gelang und er sich den ersten Satz sicherte.

Ein Breakball, der keiner war

Im zweiten Durchgang konnte dann Del Potro zunächst das Break realisieren und bestätigte dieses auch umgehend. Doch auch der zweite Satz gestaltete sich absolut ausgeglichen. Die Breaks gingen hin und her. Bis zum Stand von 4:3 für den Argentinier. Er lag wieder mit Break vorne. Es kommt die Szene, die wohl noch zu reden geben wird.

Nach einem kurzen Ballwechsel schliesst Raonic am Netz vorne ab und holt sich den Punkt zum Re-Break. Doch dieser hätte nicht zählen dürfen. Bevor der Ball das zweite Mal auf dem Court aufkommt, touchiert der Kanadier mit dem linken Fuss das Netz. Eigentlich eine klare Sache. Doch Schiedsrichter Mohammed Layhani hat es nicht gesehen. Und auch kein Linienrichter interveniert.

«Es war Schicksal»

Die normale Reaktion, die man von einem Tennisspieler erwarten würde, wäre, dass er den Fehler zugibt. Doch Raonic bleibt stumm. Er dreht sich vom Netz weg und nimmt den Punkt dankend an. Die ganze Situation ist nochmals auf der Grossleinwand zu sehen. Doch Layhani kann seine Entscheidung nicht mehr rückgängig machen. Del Potro versucht die Angelegenheit mit dem Schiedsrichter noch zu klären, aber vergebens. Ihm bleibt nur ein hämisches Lächeln für Raonic. Der Kanadier sichert sich im Anschluss das Break, gewinnt den zweiten Satz und somit auch das Match.

Raonic meinte nach dem Spiel: «Es war Schicksal, dass der Ref es nicht gesehen hat. Eine glückliche Sache für mich, eine unglückliche für ihn… .» Eine solche Situation kann auf beide Seiten ausgehen. Es ist etwa das Gleiche, wie wenn man keine Challenge mehr übrig hat und eine Fehlentscheidung kassiert.» Dies geht aus Tweets von TV-Kommentator Robbie Koenig hervor.

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