Milans Plan: Nicht einigeln und Messi isolieren
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Milans PlanNicht einigeln und Messi isolieren

Milan muss im CL-Achtelfinal-Rückspiel bei Barça ein 2:0 verteidigen. Die Rossoneri orientieren sich nicht am Stadtrivalen Inter, der die Katalanen vor drei Jahren aus der Königsklasse gekickt hat.

von
pre

«Wir werden von Beginn an angreifen und hoffen auf ein 3:0». Das Statement von Barça-Verteidiger Gerard Pique ist unmissverständlich. Der FC Barcelona will sich im Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League mit aller Macht für die 0:2-Pleite bei der AC Milan rehabilitieren und sich trotz des Zweitore-Rückstands für den Viertelfinal qualifizieren.

Momentan scheint Barcelona aber nicht unbedingt in der Verfassung, einen solchen Kraftakt zu vollbringen. Nachdem das Starensemble zu Saisonbeginn fast unschlagbar schien, kassierten Messi und Co. zuletzt schmerzliche Niederlagen und mussten unter anderem gleich zwei Clásico-Pleiten gegen den Erzrivalen Real Madrid schlucken.

Barças Lauf in den ungeraden Jahren

Assistenztrainer Jordi Roura will es deshalb eher vorsichtiger angehen lassen. «Es besteht kein Zweifel, dass wir nach vorne spielen und Tore erzielen müssen», sagte der Ersatz des an Krebs erkrankten Tito Vilanova. «Aber wir dürfen es auch nicht übertreiben. Wir müssen eine Balance zwischen unserer Not, ein Tor zu erzielen, und unserer Defensivarbeit finden.» Ein weiteres Gegentor könnte die Aufholjagd der Katalanen früh beenden. Dann würde Barça nämlich schon mindestens vier Tore benötigen.

Die Hoffnungen von Barcelona liegen nicht nur auf dem wiedererstarkten Lionel Messi und Rückkehrer Xavi Hernandez, sondern auch in der Statistik. Wie der HC Davos die Schweizer Eishockey-Meisterschaft (2005, 2007, 2009, 2011) hat Barça zuletzt in ungeraden Jahren zweimal die Champions League gewonnen (2009 und 2011). Ausserdem haben die Katalanen gute Erinnerungen an Schiedsrichter Viktor Kassai, der die Partie gegen Milan pfeift. Der Ungar leitete zwar erst ein Spiel von Barcelona, aber kein geringeres als den Champions-League-Final 2011 gegen Manchester United (3:1).

Messi in den «Käfig» stecken

Milan wird das egal sein. Wie schon im San Siro will das Team von Massimiliano Allegri auch im Camp Nou erfrischenden Offensiv-Fussball zeigen. Auf eine Igeltaktik, wie Inter Mailand im CL-Halbfinal 2010 und Chelsea im CL-Halbfinal 2012 erfolgreich gegen Barça angewandt haben, wollen die Rossoneri gemäss Präsident Adriano Galliani verzichten.

Da Milan-Trainer Allegri mit dem verletzten Giampaolo Pazzini und dem nicht-spielberechtigten Mario Balotelli gleich auf zwei Stürmer verzichten muss, wird die taktische Ausrichtung aber doch eher defensiv ausfallen. Im Sturm hat Milan mit Robinho, dem ehemaligen Barça-Talent Bojan Krkic und dem 18-jährigen Franzosen M'Baye Niang drei Varianten neben Flügelspieler Stephen El Shaarawy. Dahinter wird wohl Kevin-Prince Boateng als hängende Spitze auflaufen.

Mit einer Partie im Schwitzkasten der Milan-Defensive muss Lionel Messi rechnen. Barças Tormaschine wurde im Hinspiel von der Milan-Defensive in eine Art «Käfig» gesteckt. Kaum war der «Floh» mal in Ballbesitz, scharten sich gleich drei oder vier Akteure um ihn. Die Taktik ging auf, Messi war kaum zu sehen. Gelingt die Käfig-Taktik auch im Camp Nou, hat Milan gute Chancen auf den grossen Coup. Das Motto von Präsident Galliani lautet: «Keine Angst haben und möglichst lange kein Gegentor erhalten».

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