vor 20h

Verheerender BurgenbrandNicht einmal die Pferde konnten gerettet werden

Nach nur 100 Jahren brannte die Burg Scheidegg bei Gelterkinden BL 1320 bis auf ihre Grundmauern ab. Das Feuer verbreitete sich so schnell, dass nicht einmal die wertvollen Pferde gerettet werden konnten, wie Ausgrabungen zeigen.

von
Manuela Humbel
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Diese Pferde-Skelette wurden bei einer Ausgrabung bei Gelterkinden BL geborgen.

Diese Pferde-Skelette wurden bei einer Ausgrabung bei Gelterkinden BL geborgen.

Archäologie Baselland
Die Tiere kamen bei einem Brand in der Burg Scheidegg im Jahr 1320 ums Leben.

Die Tiere kamen bei einem Brand in der Burg Scheidegg im Jahr 1320 ums Leben.

Archäologie Baselland
Sieben Skelette wurden bei den Ausgrabungen in den Jahren 1970 und 1971 gefunden.

Sieben Skelette wurden bei den Ausgrabungen in den Jahren 1970 und 1971 gefunden.

Archäologie Baselland

Vor 700 Jahren brannte in Gelterkinden die Burg Scheidegg bis auf ihre Grundmauern nieder, nachdem sie erst 100 Jahre zuvor gebaut wurde. In einem aktuellen Post auf Facebook blickt die Archäologie Baselland auf die Grabungen vor 50 Jahren zurück, die Hinweise auf die Umstände der Brandkatastrophe lieferten.

Das Feuer habe sich in der Burg offenbar so schnell ausgebreitet, dass nicht einmal die kostbaren Pferde der Bewohner gerettet werden konnten, steht im Grabungsbericht der Archäologie Baselland. Insgesamt konnte sie bei den Ausgrabungen sieben Pferde-Skelette bergen. Die wertvollen Tiere hatten damals eine Widerristhöhe von nur circa 1.20 bis 1.45 Meter, sie waren also etwa so klein wie die heutigen Ponys.

Neben den Skeletten blieb aber auch einiger wertvoller Hausrat im Brandschutt liegen, zum Beispiel ein bronzenes Handwaschgefäss, eine Feldhacke, ein Bohrer oder ein kleiner Amboss. Sie zeugen von den täglichen Verrichtungen der damaligen Bewohner aus dem Adel. Sogar kleine Spielwürfel konnten nachgewiesen werden.

Mit Burgbau zum Adel-Titel

Nach dem Brand im Jahr 1320 verliert sich jedoch die Spur der Herren von Gelterkinden. Doch eins ist klar, sie haben wohl in einer engen, dennoch grosszügigen und komfortablen Burg gelebt. Denn auf dem Rodungsland wurde aus einem Wohnturm mit runden Ecktürmchen mit der Zeit ein Wohn- und Wirtschaftstrakt mit Zisternenhof. Neue kompaktere Varianten lösten die klassische Kombination von Wohnturm, Palas, Tor und Innenhof ab. Die Bewohner konnten in Keller, Küche, Aufenthaltsraum, Schlafkammern, Wohngeschossen und in einer beheizten Stube verweilen.

Wer kein Adliger war, trotzdem aber dazugehören wollte, konnte sich eine Burg errichten. Denn wie die Archäologe Reto Marti im Bericht festhält, errichtete man im Hochmittelalter nicht Burgen, wenn man zum Adel gehörte, sondern man gehörte zum Adel, indem man Burgen errichtete.

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32 Kommentare

Kamerad

19.10.2020, 09:12

Das war sicher nur ein üppiges Ritter-Barbecue.

Graf Werner von Homburg

19.10.2020, 07:55

habt ihr einfach den Bericht von Archäologie Baselland adaptiert?

schakal

19.10.2020, 07:46

wenn das foto genau betrachtet wird kann man Sattel noch erkennen.