«Digital Detox»: «Nicht erreichbar zu sein, ist der neue Luxus»
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«Digital Detox»«Nicht erreichbar zu sein, ist der neue Luxus»

Weg aus dem Alltag und sich ohne Handy erholen ist im Trend. Auf der Ferienmesse in St. Gallen wurden die «Offline-Ferien» eifrig beworben.

von
mlü
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Das Hotel Rosenlaui im Berner Oberland.

Das Hotel Rosenlaui im Berner Oberland.

myswitzerland
Im Hotel haben die Gäste weder Internet ...

Im Hotel haben die Gäste weder Internet ...

rosenlaui.ch
...noch Handy-Empfang.

...noch Handy-Empfang.

rosenlaui.ch

Dieses Wochenende fand auf dem Olma-Gelände in St. Gallen die alljährliche Ferienmesse statt. In einer Sonderausstellung wurden die «Offline-Ferien» vorgestellt: Immer mehr Menschen machen Urlaub abseits der digitalen Welt, schalten ihre Smartphones für ein paar Tage ab und laden dafür ihre eigenen inneren Akkus auf. «Digital Detox», also digitale Entgiftung, nennt sich der Trend aus dem kalifornischen Silicon Valley. Ziel und Zweck dieser Bewegung ist es, gestressten Menschen beim Abschalten von Social Media und Internet zu helfen.

Eines der Hotels, das sich an der Messe präsentierte, ist das Hotel Rosenlaui im Berner Oberland. «In unserem mehr als hundert Jahren alten Haus gibt es weder Handy- noch Internetempfang», sagt der 23-jährige Jakob Kehrli, Mitglied der Geschäftsleitung des Hotels Rosenlaui.

Zudem habe es im Zimmer kein fliessendes Wasser und keinen Fernseher. Damit könnten die Gäste Abstand zum alltäglichen Leben gewinnen. «Das Hotel liegt zudem in der Natur mit vielen Wanderwege zum Entspannen», sagt Kehrli weiter.

Indien und Österreich

Doch nicht nur in der Schweiz sind «Offline-Ferien» möglich. «Wir bieten ‹Digital Detox› in unseren 17 Resorts in Indien an», sagt Beat Germann, europäischer Verkaufsleiter von cghearth. Auch hier gebe es weder Internet- noch Handyempfang. Die Hotels werden zudem mit Solarenergie und Bio-Gas betrieben. «Die Gäste können bei uns abschalten und Indien richtig erleben. Nicht erreichbar zu sein ist der neue Luxus», so Germann weiter.

Auch Kitzbühel (A) war an der Messe vertreten. «Bei uns werden die Gäste das Internet gar nicht vermissen. Wir haben einen grossen Spa-Bereich und einen Badeteich, der ohne Chemikalien betrieben wird», sagt Jasmin Groneick, Receptionsleiterin des Q!-Hotels. Beim Essen werde auf die regionale Herkunft und auf Bio geachtet.

Die Zielgruppe ist laut Groneick breit durchmischt: «Neben vielen Müttern sind auch Manager und ältere Männer unter unseren Gästen.» Jakob Kehrli aus dem Berner Oberland stellt zudem öfter fest, dass auch junge Menschen bisweilen das Bedürfnis haben, ein paar Tage lang nicht erreichbar zu sein.

Bei den Besuchern der Ferienmesse kommt der neue Trend gut an. «Ich habe zwei Wochen Indien gebucht. Ich hoffe, dort kann ich wirklich abschalten», so ein Manager. Damit ist er nicht allein. «Wenn ich Handyempfang habe, müsste ich die ganze Zeit auf den Bildschirm schauen», so ein Verkaufsleiterin aus dem Rheintal.

Schlussbericht Ferienmesse

Die Ferienmesse und die Ostschweizer Camping- und Freizeit-Ausstellung OCA lockten dieses Jahr etwa 34'500 Besucherinnen und Besucher an. Das sind etwas mehr als im Vorjahr. Die rund 440 Aussteller inspirierten mit den schönsten Reisezielen in der Schweiz, Europa und fernen Kontinenten. Gastland war dieses Jahr Zypern.

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