Nicht ganz sauber, die schwedischen Ministerinnen
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Nicht ganz sauber, die schwedischen Ministerinnen

Die schwedische Handelsministerin hat illegal ein Kindermädchen beschäftigt und eine Woche nach Amtsantritt zurücktreten müssen. Ihre Kollegin aus dem Ressort Kultur hat 16 Jahre keine Fernsehgebühren bezahlt.

Nur gut eine Woche nach dem Amtsantritt der neuen schwedischen Regierung hat Handelsministerin Maria Borelius ihren Rücktritt eingereicht.

Ihr wird Steuerhinterziehung vorgeworfen. Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt sagte am Samstag, er habe sich mit Borelius auf die Demission geeinigt. Der Rücktritt werde die Stabilität seiner Regierung aber nicht beeinträchtigen.

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Borelius in den 90er Jahren eine Kinderfrau beschäftigte, ohne dies den Behörden zu melden. Zur Begründung sagte sie, sie habe es sich nicht leisten können, die Frau offiziell anzustellen. Am Freitag berichtete die Boulevardpresse darüber hinaus, das 6,8 Millionen Kronen (1,1 Mio. Franken) teure Sommerhaus der Ministerin gehöre einer Gesellschaft auf der Insel Jersey. Damit werde keine schwedische Grundsteuer fällig.

Borelius ist nicht das einzige Kabinettsmitglied, das in die Kritik geraten ist. Die neue Kulturministerin Cecilia Stegö Chilo hat zugegeben, 16 Jahre lang keine Fernsehgebühren bezahlt zu haben. Die Gebühren zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks belaufen sich auf 1 500 Kronen (200 Franken) im Jahr. (dapd)

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