Neue SRF-Sendung: Nicht-Hipster mit Bart für TV-Polittalk gesucht
Aktualisiert

Neue SRF-SendungNicht-Hipster mit Bart für TV-Polittalk gesucht

Bärtige Genussraucher, müde Kirchgänger und singende Draufgänger: In einer neuen Politsendung treffen Jungpolitiker auf ihre Wunschwähler.

von
Nadine Ellis
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In dieser Szene der Sendung «Wähler gesucht» befragt Menschensucher Alexander Wenger eine Jungpolitikerin zu ihrem Wunschwähler. Hinter der Schattenwand wird der Wähler derweil skizziert.

In dieser Szene der Sendung «Wähler gesucht» befragt Menschensucher Alexander Wenger eine Jungpolitikerin zu ihrem Wunschwähler. Hinter der Schattenwand wird der Wähler derweil skizziert.

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Der Berner Wunschwähler trägt Bart, arbeitet in einem technischen Beruf und leistet sich auch mal Bio-Produkte. Man trifft den wirtschaftlich interessierten Berner auch öfters rauchend in der Reithalle an.

Der Berner Wunschwähler trägt Bart, arbeitet in einem technischen Beruf und leistet sich auch mal Bio-Produkte. Man trifft den wirtschaftlich interessierten Berner auch öfters rauchend in der Reithalle an.

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Der Fribourger Wunschwähler ist Agronom und sucht noch seine grosse Liebe. Er liebt die Blasmusik und geht regelmässig in die Kirche.

Der Fribourger Wunschwähler ist Agronom und sucht noch seine grosse Liebe. Er liebt die Blasmusik und geht regelmässig in die Kirche.

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Er ist nicht glattrasiert, aber auch kein Hipster. Er arbeitet mit Freude in einem technischen Beruf, ist motiviert und führt mit seiner Freundin eine offene Beziehung. Der 30-Jährige ist Genussraucher, war mit seinem VW-Bus schon in Frankreich und besucht lieber eine kulturelle Ausstellung in der Reithalle als eine Aufführung im Stadttheater. Ein Interesse an Wirtschaftsthemen bringt der gesuchte Mann ebenfalls mit.

Bei diese Porträt handelt es sich nicht etwa um einen Auszug einer Partnervermittlungshomepage, sondern um einen gesuchten Wähler. Wer sich darin wiedererkennt, soll sich beim SRF melden. Grund für den kuriosen Steckbrief: Das Schweizer Radio und Fernsehen sucht für den neuen Polittalk der anderen Art «Wähler gesucht – oder acht Jungpolitiker auf dem Weg zur ersten Stimme» sogenannte Wunschwähler. Das angeführte Profil wurde von einem Berner Jungpolitiker entworfen, die beschriebene Person ist dessen Wunschwähler. In der Show treffen die beiden vor den nationalen Wahlen dann aufeinander.

Entspricht der Wunschwähler den Vorstellungen?

Noch wird nicht verraten, welcher Berner Nachwuchs-Politiker sich das Porträt ausgedacht hat. «Wir wollen dies noch offen lassen. So ist der Überraschungseffekt bei der ersten Begegnung umso grösser», erklärt Patricia Banzer, Projektleiterin bei SRF. Das Treffen zwischen dem Wunschwähler und dem Politiker findet aber nicht in den Studiowänden statt. Zum Reality-Check kommt es im privaten Umfeld des Wählers. Dann wird sich auch klären, ob der potenzielle Wähler ein Ebenbild des jungen Nationalratskandidaten ist und ob der Politiker den Fragen seines Wunschwählers standhalten kann. Ist dieser denn auch so, wie ihn sich der Jungpolitiker ausgemalt hat? Vom harmonischen Gespräch bis hin zum hitzigen Disput ist alles möglich.

Dass der Wunschwähler alle beschriebenen Eigenschaften mitbringt, ist aber gemäss SRF nicht nötig. «Die wichtigsten Hauptelemente wie Wohnort, Beruf und politisches Interesse sollten schon gegeben sein. Bei Dingen wie Lieblingsfarbe oder Automarke drücken wir aber gern ein Auge zu», sagt Banzer.

Fribourger Blasmusiker und Solothurner Draufgängerinnen

Gesucht werden aber nicht nur Berner Wunschwähler. Ein Freiburger Jungpolitiker wünscht sich einen jungen Agronomen, der auf der Suche nach der grossen Liebe ist, Blasmusik spielt und sonntags in die Kirche geht, aber auch gerne mal ausschläft. Die potentielle Wählerin aus dem Kanton Solothurn hingegen zählt sich zu den Glücklichen, die sich nicht täglich im Fitnessstudio abrackern müssen, da sie nicht supersportlich ist. Sie arbeitet als Kleinkindererzieherin und wohnt auf dem Land. Dennoch ist sie eine Draufgängerin mit kleineren Schulden. Sie singt auch in einem Chor.

Die Dreharbeiten in Bern, Fribourg und Solothurn finden von Ende Juli bis Anfang August statt. Die Dauer der Begegnung ist abhängig vom Gesprächsverlauf und wird daher den Teilnehmenden überlassen. Ab dem 28. August werden die Plaudereien und Wortgefechte auf SRF1 in vier Episoden ausgestrahlt, in denen je zwei Jungpolitiker und zwei Wunschwähler zu Wort kommen werden.

Berner Nationalratskandidaten stellen sich vor

Am 18. Oktober werden die Berner ihre 25 Volksvertreter für den Nationalrat wählen. TeleBärn gibt den Nationalratskandidaten in der TeleBärn-Kandidaten-Börse Bewerbung als Nationalrat die Möglichkeit, sich in einen kurzen Handy-Video persönlich vorzustellen. Mit diesen Videos wird um die Gunst der Wähler gerungen. Den 20 Videos mit den meisten Publikums-Stimmen winkt die Teilnahme an einem der 5 halbstündigen Wahltalks. (nel)

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