Aktualisiert 07.10.2011 15:11

Burnout-Syndrom

Nicht immer ist der Job schuld

Wer ein Burnout erleidet, darf die Ursachen nicht ausschliesslich im Arbeitsleben suchen. Hinter dem «Ausgebranntsein» stecken oft schwerwiegende Probleme, die nichts mit dem Job zu tun haben.

Meist stecken hinter einem Burnout Ursachen, die nicht ausschliesslich am Arbeitsleben festgemacht werden dürfen. «Das ‹Ausgebranntsein› ist im Grunde nur das Symptom einer zugrundeliegenden Erkrankung oder Störung. Darunter können sich unterschiedliche ernstzunehmende psychische Erkrankungen wie eine Depression, eine Sucht- oder eine Angststörung verbergen», erklärt Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN). Äussere Faktoren im Job wie Zeit- und Leistungsdruck, Überforderung oder mangelnde Wertschätzung begünstigten zwar die Entstehung von Erkrankungen, seien in der Regel aber nicht alleine die Ursache.

Es sei wichtig zu unterscheiden, ob das Burnout eine Stressreaktion auf ungünstige Konstellationen und Verhaltensweisen im Berufsleben sei oder Ausdruck einer psychischen Erkrankung, betonte Bergmann. Auch organische Störungen könnten die Symptome eines Burnouts hervorrufen, dazu zählten Eisenmangel, eine Schilddrüsen- oder eine Nebennierenunterfunktion sowie ein Schlaf-Apnoe-Syndrom.

Der tatsächlichen Ursache eines Burnouts müsse auf den Grund gegangen werden: «Gelingt es Betroffenen nicht, sich durch ausgleichende Tätigkeiten wie Sport oder Entspannungsmethoden ausreichend zu entlasten und ein ausbalanciertes, zufriedenes Leben zu führen, sollten sie bei Burnout-Beschwerden unbedingt einen Psychiater oder Nervenarzt zu Rate ziehen», empfiehlt Bergmann.

(dapd)

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