Aktualisiert 20.06.2018 18:56

YB-Profi Ulisses Garcia

«Nicht jeder kann Bundesliga spielen»

Am Mittwoch hat nun auch der Meister die Vorbereitung für die Saison 2018/2019 aufgenommen. Der Total-Ausverkauf im Team der Young Boys hat (noch) nicht stattgefunden.

von
E. Tedesco, Bern

Ulisses Garcia wechselt mit einem 4-Jahres-Vertrag von Werder Bremen zu YB. Er freut sich, Teil eines «geilen Teams» zu sein. (Video: 20 Minuten)

Im Gegenteil: Man sah zwischen den bisher bekannten «Blondschöpfen» – die Berner Meisterspieler haben sich nach dem Titelgewinn allesamt blondieren lassen –neue Gesichter: Neben Gerardo Seoane, Nachfolger von Meistertrainer Adi Hütter (zu Frankfurt), trainierten die «Neuen» Sandro Lauper (21, von Thun), Jan Kronig (wird am 24. Juni 18 Jahre alt, aus der U21) und Ulisses Garcia (von Werder Bremen) mit.

«Wir hatten Ulisses schon lange auf dem Radar», sagt Sportchef Christoph Spycher. «Er hat einen ähnlichen Weg gemacht wie Djibril Sow und Kevin Mbabu. Er ist ein entwicklungsfähiger Spieler mit viel Potenzial, der nun seine Karriere bei uns neu lancieren kann.» Wie es Sow und Mbabu schon machten. Beide weckten in der letzten Saison Begehrlichkeiten. Sie sind – wie auch Kassim Nuhu und Roger Assalé – noch in Bern. Betonung auf noch. Denn auch wenn Mbabu (rekonvaleszent) und Nuhu (Ferien) am Mittwoch beim Trainingsstart fehlten, ist mit einem Abgang weiter zu rechnen.

Timing und Preis

Die Berner haben ihren Spielern aber ein Preisschild umgehängt. Für Spycher sind zwei Kriterien entscheidend, die erfüllt sein müssen, um einen Spieler ziehen zu lassen. Das Timing: «Einen Tag vor einem Champions-League-Qualispiel werden wir keinen gehen lassen.» Der Preis: «Wir definieren das Preisschild. Wird das akzeptiert, reden wir. Sonst nicht.»

Apropos: Erfolg hat auch seinen Preis. Leonardo Bertone liebäugelt mit einem Transfer. Der HSV wollte Christian Fassnacht, der dann aber zu teuer war. An Sow soll sogar Napoli interessiert sein und – fast schon Gewohnheit – gilt es, Anfragen diverser Bundesligisten für Sékou Sanogo abzuarbeiten. Aber aus der Ruhe bringen kann man Spycher und sein Team nicht. Die Kaderplanung ist gut aufgegleist. Das zeigt auch die letzte Verpflichtung von Garcia, den man sich für weniger als eine Million von Werder Bremen angelte.

Sie nennen ihn einfach «Ulli»

Der Genfer Ulisses «Ulli» Garcia wechselte als Junior von Servette zu GC, debütierte mit 18 in der Super League, ehe er 2015 zu Bremen ging. Nach einem verheissungsvollen Start mit 19 Ligaeinsätzen litt der in Portugal geborene Sohn kapverdischer Eltern unter vielen Trainerwechseln. Das letzte halbe Jahr verbrachte er leihweise bei Nürnberg in der 2. Bundesliga. «Es war eine tolle Erfahrung. Nicht jeder kann Bundesliga spielen», so der 22-jährige Linksverteidiger, der sich mit Loris Benito um einen Platz im Team duellieren wird, und alle einfach nur «Ulli» nennen. «Ich bin ein Spieler, der mit viel Power spielt, und ich denke, dass passt sehr gut zu YB.»

«Ich kenne die Spieler sehr gut»

Gerardo Seoane zum Trainingsstart, das Programm in der Vorbereitung und seine erste Zeit als YB-Trainer. (Video: 20 Minuten)

YB-Trainer Gerry Seoane beim Start in die Vorbereitung. (Video: 20 Minuten)

Der weitere YB-Fahrplan

Trainingslager: 27. Juni bis 5. Juli, Zillertal (Ö).

Testspiele: Gegen Breitenrain und Xamax (beide 22. Juni, Spitalacker, Bern), Altach (27. Juni, Nenzing, Österreich), Ludogorez (30. Juni, Fügen, Österreich). Feyenoord Rotterdam (11. Juli, Biel), Wolverhampton (14. Juli, Neufeld, Bern).

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