Ricardo Rodriguez: «Nicht kleiner machen, als wir sind»
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Ricardo Rodriguez«Nicht kleiner machen, als wir sind»

Die Weltmeister-Liga geht los. Mit der Partie zwischen dem FC Bayern München und dem VfL Wolfsburg fällt am Freitag der Startschuss in die 52. Bundesligasaison.

von
Eva Tedesco

Es ist die erste Spielzeit, nachdem die Deutschen Weltmeister geworden sind. Das Spektakel Bundesliga erhält dadurch einen zusätzlichen Reiz. Nach dem Favoriten der neuen Spielzeit befragt, ist sich die Gegnerschaft einig: Es zeichnet sich wie im Vorjahr eine Meisterschafts-Solo der Bayern ab. Das Team von Pep Guardiola hat nicht nur mehr Klasse vorzuweisen als die Konkurrenz, sondern auch eine unvorstellbare Breite im Kader. So fallen wohl weder die noch nicht fitten Weltmeister noch das aktuelle Lazarett bei Bayern gross ins Gewicht.

«Am Anfang dürfte es für die Bayern nicht so einfach werden. Sie haben doch einige Verletzte», sagte zum Beispiel Gladbach-Trainer Lucien Favre im Interview mit 20 Minuten. «Aber das Kader ist breit genug. Gegen die Bayern anzukommen, wird sehr schwierig - nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa», ergänzt der Romand sogar.

Drei Schweizer dabei - Benaglio fehlt

Aber auch der VfL Wolfsburg hat Absenzen zu beklagen. Gewichtig ist der Ausfall von Star-Torhüter Diego Benaglio. Der Captain lag die letzten Tage mit einer Grippe flach und fehlt am Freitag in München. Mit Xherdan Shaqiri auf der Seite der Gastgeber, Ricardo Rodriguez und Timm Klose beim heutigen Gegner sind aber drei weitere Schweizer involviert.

Hoffnung, in der Startelf auflaufen zu können, darf Shaqiri hegen. Der Ex-Bebbi wird im 3-4-3-System im rechten Couloir erwartet. Denkbar ist aber auch eine kurzfristige Rückkehr zum 4-1-4-1, zumindest bis die Verletztenliste kürzer wird. Nach einer Leidenszeit von über 20 Monaten wird dafür Holger Badstuber zum Comeback kommen. Der Verteidiger hatte sich am 1. Dezember 2012 gegen Dortmund das Kreuzband gerissen.

«Heisser Sommer» blieb aus

Beim Volkswagen-Klub sicher in der Startformation steht Ricardo Rodriguez. Wenn auch etwas überraschend. Nach einer starken letzten Saison, als einer der besten Linksverteidiger der Liga, und einer tollen WM hat «Rici» seinen Marktwert auf 34 Millionen Franken hochgeschraubt und das Interesse von Real Madrid und Manchester United auf sich gezogen. Der «heisse Sommer» laut eigener Prognose blieb genauso aus wie das heisse Sommerwetter in der Schweiz.

«Wir haben einige Veränderungen im Kader und mehr Konkurrenz, aber die tut auch gut. Wir haben eine gute Mannschaft», freut sich der Linksverteidiger auf die neue Saison. Sein Mannschaftskollege und Innenverteidiger Klose hingegen muss sich auch in dieser Saison vorerst mit der Reservistenrolle abfinden. Diese kennt er schon aus seiner Zeit bei Nürnberg. Seine Chancen seien aber Intakt. «Ich spüre das Vertrauen des Trainers», sagt der Basler, «die Saison ist lang und wir haben viele Spiele. Ich stecke den Kopf nicht in den Sand und bin bereit, wenn meine Zeit kommt.»

Schwache Bilanz der «Wölfe» in München

Vor dem Auftakt in München liess Trainer Dieter Hecking ein 4-2-3-1-System mit den drei Sechsern Gustavo, Guilavogui und Mandala trainieren. «Wenn die Bayern Schwächen zeigen, wollen wir da sein», sagt Hecking vor der Abreise nach München. «Wir müssen uns auch nicht kleiner machen, als wir sind. Aber wir brauchen einen richtig guten Tag, um die Bayern in Schwierigkeiten zu bringen.»

Und zwar einen richtig guten, denn die Bilanz spricht gar nicht für Wolfsburg. Die «Wölfe» verloren beim Rekordmeister 19 von 20 Pflichtspielen (ein Remis). Eine Niederlage darunter kassierte der VfL auch bereits bei einem Eröffnungsspiel: beim Auftakt zur Saison 2010/11. Damals gewann der Rekordmeister 2:1.

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