Pollenflug: Nicht nur die Allergiker leiden
Aktualisiert

PollenflugNicht nur die Allergiker leiden

Die halbe Schweiz schnäuzt, hustet und weint: Heuschnupfen plagt dieses Jahr massiv mehr Menschen als üblich. Viele sind zum ersten Mal überhaupt allergisch auf die aggressiven Pollen.

von
Cécile Blaser
Heuschnupfen: Es blüht – und die Nase läuft. (Foto: colourbox.com)

Heuschnupfen: Es blüht – und die Nase läuft. (Foto: colourbox.com)

Bereits im Januar blühte die Hasel, Ende März dann die Birke, dicht gefolgt von der Esche, der Hagebuche, der Eiche und der Buche. Und jetzt sind die Gräser dran. «Wegen des schönen und trockenen Wetters blüht dieses Jahr alles zwei Wochen zu früh, äusserst stark und sehr schnell aufein­ander», so Biometeorologin ­Regula Gehrig von Meteo Schweiz. Durch den fehlenden Regen seien die Pollen zudem sehr lange in der Luft ge­blieben, ohne dass es sie jemals richtig herunterwaschen konnte.

«Die Luft ist für Allergiker seit Ende März ein richtig explosives Gemisch, da die reinigende Wirkung des Regens weitgehend entfallen ist», so Georg Schäppi, Geschäftsleiter der Stiftung Aha! Schweizerisches Zentrum für Allergie, Haut und Asthma. «Das macht nicht nur Allergikern zusätzlich zu schaffen», meint Schäppi. Auch vermeintliche Nicht-Allergiker würden dieses Jahr plötzlich von Heuschnupfen geplagt: «Der Leidensdruck ist heuer sehr hoch.» Dies zeigten die Anfragen an seine Stiftung, aber auch die Erfahrungen der Ärzte und Apotheken.

«Tatsächlich verkaufen wir mehr Nasensprays, Augentropfen und Medikamente», bestätigt Lorenz Schmid, Apotheker und Präsident des Apothekerverbands des Kantons Zürich. Und auch Andreas Bircher, Leiter der Allergologie am Universitätsspital Basel, sagte am Mittwoch zur «Basler Zeitung»: «Wir hatten Anfang April mehr Notfälle mit einem höheren Schweregrad als üblich.»

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