Krieg gegen Russland – Nicht nur die Klitschkos – ukrainische Sport-Stars greifen zu den Waffen

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Krieg gegen RusslandNicht nur die Klitschkos – ukrainische Sport-Stars greifen zu den Waffen

Der Krieg in der Ukraine macht auch vor Berühmtheiten nicht halt. Einige ukrainische Sportler haben sich bereit erklärt, gegen den russischen Eindringling aktiv vorzugehen. 

von
Adrian Hunziker
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Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko (l.) und sein Bruder Wladimir befinden sich an vorderster Front im Krieg. 

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko (l.) und sein Bruder Wladimir befinden sich an vorderster Front im Krieg. 

REUTERS
Die beiden ehemaligen Box-Schwergewichtsweltmeister wollen gegen die Russen kämpfen. 

Die beiden ehemaligen Box-Schwergewichtsweltmeister wollen gegen die Russen kämpfen. 

AFP
Der noch aktive Schwergewichtsweltmeister Oleksandr Usyk (2.v.r.) greift ebenfalls zur Waffe. 

Der noch aktive Schwergewichtsweltmeister Oleksandr Usyk (2.v.r.) greift ebenfalls zur Waffe. 

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Darum gehts

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew tobt der Krieg. Mittendrin der Bürgermeister, ein ehemaliger Box-Schwergewichtsweltmeister. Vitali Klitschko und sein Bruder Wladimir haben beide bereits zu den Waffen gegriffen, um ihr Heimatland zu verteidigen. Neben den beiden ehemaligen Sportstars haben sich auch aktive ukrainische Sportler bereit erklärt, in den Krieg zu ziehen. 

Im Internet sind Bilder von Oleksandr Usyk und Vasyl Lomachenko zu finden, zwei noch aktive Boxer. Schwergewichtsweltmeister Usyk hatte sich auf Instagram per Video-Botschaft gemeldet, in der er sagte: «Stoppen Sie diesen Krieg! Geben Sie uns keine Ultimaten und Bedingungen. Unsere Kinder, Frauen, unsere Grossmütter und ganz normale Menschen verstecken sich in Kellern. Wir sind hier in unserem eigenen Land. Wir tun, was wir tun müssen. Wir schützen uns selbst. Stoppt es! Stoppt diesen Krieg!» Lomachenko ist auf einem Bild mit Sturmgewehr zu sehen. 

Kämpfen ist der einzige Grund um zurückzukehren

Auch ein Tennis-Spieler wehrt sich für sein Vaterland. Sergej Stachowski, Bezwinger von Roger Federer in Wimbledon 2013, ist in die Ukraine gereist. Der 36-Jährige hat sich in die Reservistenliste eintragen lassen. Er habe zwar keine militärische Erfahrung, doch das hindere ihn nicht daran zurückzukommen, sagte er zu Sky News. «Natürlich werde ich kämpfen, das ist der einzige Grund, weshalb ich zurückkehre», so Stachowski. Er habe im privaten Rahmen Erfahrungen mit Waffen gemacht, so die aktuelle Weltnummer 233. 

Das Fussball-Team von Dynamo Kiew hat sich statt des Trikots nun ebenfalls in Kampfmontur begeben, wie auf Twitter berichtet wird. 

Vasyl Kravets, der in Spanien für den Zweitligisten Sporting Gijón spielt, würde ebenfalls den Griff zur Waffe wagen. «Wir sind komplett am Ende. Sie töten Menschen, Zivilisten, in Krankenhäusern ... es ist alles Putins Schuld. Ich will nicht sagen, dass es Russlands Schuld ist, aber es ist Putins Schuld», sagte der 24-Jährige «A Diario». Und er fügte an: «Um ehrlich zu sein: Ich will in den Krieg ziehen und meinen Leuten helfen. Aber ich kann nicht helfen, denn ich weiss nicht, wie man schiesst, wie man sich bewegt, wie man eine Waffe lädt.» Aber: «Wenn ich gehen könnte, würde ich an die Front gehen und mein Land verteidigen. Es ist für die Herzen der Ukrainer verpflichtend.»

Sogar ein 56-Jähriger rückt ein

Einen Schritt weiter macht Trainer Yuriy Vernydub. Der Coach von Sheriff Tiraspol in Moldawien gewann mit seinem Team im September in der Champions League noch gegen Real Madrid, nun rüstet sich der 56-Jährige für den Krieg. «Sheriff Tiraspols Trainer Yuriy Vernydub ist bereit! Er besiegte Real Madrid im Herbst. Jetzt ist er auch bei der Territorialverteidigung dabei», schreibt das Sport-Portal Zorya Londonsk zum Twitter-Bild.

Sogar Miss Ukraine von 2015, Anastasiia Lenna, zeigt sich in Kampfmontur auf Instagram. In einer Instagram-Story schrieb sie laut Dailmail.co.uk: «Jeder, der die ukrainische Grenze mit dem Invasions-Vorsatz überquert, wird getötet.»

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