Bewerbungsappell an Studierende  - «Nicht sicher, dass nach den Ferien alle Klassen mit Lehrer starten können»
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Bewerbungsappell an Studierende «Nicht sicher, dass nach den Ferien alle Klassen mit Lehrer starten können»

In einer E-Mail an alle Studierenden ruft der Kanton Bern dazu auf, sich auf offene Lehrerstellen zu bewerben.

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An Berner Volksschulen sind noch 

An Berner Volksschulen sind noch

20min/Michael Scherrer
109 unbefristete und 110 befristete Stellen an Volksschulen offen. 

109 unbefristete und 110 befristete Stellen an Volksschulen offen.

20min/Michael Scherrer
In einer Mail, welche die Bildungsdirektion an alle Studierenden der Uni Bern verschickt hat, wird dazu aufgerufen, sich auf offene Stellen zu bewerben.

In einer Mail, welche die Bildungsdirektion an alle Studierenden der Uni Bern verschickt hat, wird dazu aufgerufen, sich auf offene Stellen zu bewerben.

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

  • Im Kanton Bern sind noch immer 109 unbefristete und 110 befristete Stellen an Volksschulen offen.

  • In einer Mail, welche die Bildungsdirektion an alle Studierenden der Uni Bern verschickt hat, wird dazu aufgerufen, sich auf offene Stellen zu bewerben.

  • Die aktuell angespannte Situation habe einen dazu bewogen, den Aufruf auf alle Studierende auszuweiten, heisst es bei der Bildungsdirektion.

Der Kanton Bern sucht dringend nach neuen Lehrkräften für seine Volksschulen. Wie dringend, zeigt eine E-Mail, welche die Bildungsdirektion an alle Studierenden sowie Doktorandinnen und Doktoranden der Universität verschickt hat. Zum aktuellen Zeitpunkt seien noch immer 109 unbefristete und 110 befristete Stellen offen, heisst es im Schreiben, das 20 Minuten vorliegt. «Es ist deshalb nicht sichergestellt, dass am 16. August 2021 nach den Sommerferien alle Schulklassen mit einer Lehrerin, einem Lehrer starten können. »Man sei den Studierenden dankbar, wenn sie sich, «wenn irgend möglich, auf eine der offenen Stellen bewerben und wenigstens für eine befristete Zeit einspringen könnten».

Dass ein solcher Appell über den allgemeinen Verteiler gleich an alle Studierenden verschickt werde, und nicht etwa nur an jene der Pädagogischen Hochschule, sei ungewöhnlich, meint ein Angestellter der Universität Bern, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. «Über diesen Kanal werden in der Regel zentrale Informationen verschickt, die alle Studierenden betreffen, etwa zu Berufsberatung oder diversen Veranstaltungen», sagt der Mann, der in Teilzeit an einem Forschungsprojekt arbeitet. Für einen Doktoranden der Rechtswissenschaften etwa, meint er, komme eine Lehrerstelle wohl kaum in Frage. «Das Vorgehen des Kantons wirkt auf mich wie eine Verzweiflungstat.»

Doppelt so viele Pensionen

PH-Studierende seien bereits in einer früheren Phase aufgerufen worden, schreibt Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Bern auf Anfrage. «Die aktuell angespannte Situation hat uns dazu bewogen, den Aufruf auf alle Studierende auszuweiten.» Die Zahl der offenen Stellen sei 2021 leicht höher als in den vergangenen Jahren. Dabei beschränke sich das Problem nicht auf bestimmte Stufen oder Fächer: «Die angespannte Situation in der Volksschule verteilt sich über alle Stufen.»

Brechbühler zufolge hatte Corona keinen Einfluss auf den seit Jahren beklagten Lehrermangel. «Vielmehr hatte die Pensionierungswelle – in diesem Jahr werden doppelt so viele Lehrpersonen pensioniert wie im Vorjahr – einen grossen Einfluss.»

Trotz angespannter Lage gibt sich die Bildungsdirektion optimistisch: Man habe diverse Massnahmen ergriffen, um die Stellen besetzen zu können. Brechbühler: «Dank der ergriffenen Massnahmen und dem grossen Einsatz der Schulleitungen geht die Zahl der offenen Stellen zurück.»

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(sul)

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