Star Style: Nicht von schlechten Eltern
Aktualisiert

Star StyleNicht von schlechten Eltern

Sophie Auster posiert für die neue Mango-Kampagne als Rock'n'Roll-Göttin. Und ist auf dem besten Weg dorthin.

von
Catharina Steiner
«Das mache ich jetzt also mit meinem Uni-Abschluss»: Sophie beim Posieren.

«Das mache ich jetzt also mit meinem Uni-Abschluss»: Sophie beim Posieren.

Vergessen wir für einen Moment, dass ihre Eltern Superstars der Literaturszene sind. Oder dass sie mit 19 das Cover des «Rolling Stone» zierte. Mit Sophie Auster verbringt man gern Zeit. Sie ist clever, liebenswert und gar nicht kompliziert. Ungeschminkt, mit feuchten Haaren und im T-Shirt stellt sie sich uns vor. Es wird das ganze Interview über schwierig bleiben, den Blick von ihren grossen, dunklen Augen abzuwenden. Fast schüchtern bittet sie nach einer Stunde um Kaffee.

Sinn für Humor hat Sophie auch. «Das ist es also, was ich mit meinem Uni-Abschluss mache», scherzt sie, als sie für den Fotografen auf dem Bett im New Yorker Standard Hotel herumhüpft. Und dabei merkt, dass sie sich an diesem Morgen nur das halbe Bein rasiert hat. Sie nimmts gelassen, sie ist mehr als nur schön.

Modeln ist ihr zu wenig

«Ich würde ersticken, wenn Modeln mein einziger Beruf wäre», sagt die 22-Jährige, «aber weil ich so viel kreativ arbeite, ist es ab und zu angenehm, wenn einem andere Leute sagen, was man tun soll.» Schaut man sich die neuen Bilder von Mango an, ist klar, dass Miss Auster gut umsetzen kann, was sie gesagt bekommt: Im coolen Retrolook beschwört sie den Geist der Goldenen Ära des Rock'n'Roll herauf. Abgelichtet in den Electric Lady Studios im West Village, wo damals die Rolling Stones und Jimi Hendrix ihre Alben aufnahmen, und heute Muse, Arctic Monkeys und Miley Cyrus.

Am liebsten spricht Multitalent Sophie über ihre Musik. Gerade arbeitet sie an ihrem zweiten Album, das Ende Jahr erscheinen soll. Dass sie Künstlerin werden wollte, war ihr früh klar. «Als ich ganz jung war, wollte ich Schriftstellerin werden wie meine Eltern. Später Malerin. Dann merkte ich, dass ich singen kann, und das änderte alles», erzählt sie. Mit 17 bringt sie ihr Debütalbum «Sophie Auster» heraus. Darauf vertont sie Gedichte, die ihr Vater Paul Auster in den 70er-Jahren aus dem Französischen übersetzte. Die Kritiker waren begeistert. In Frankreich entstand ein regelrechter Kult um den Teenager. «Das neue Album ist kantiger, mehr Rock'n'Roll», sagt sie. Und mehr Sophie: Alle Texte stammen aus ihrer Feder. Was inspiriert sie zu ihren Songs? «Trennungen, Träume, Gedichte. Und New York.»

Sie ist bedacht darauf, dass der Einfluss ihres berühmten Vaters nicht zu gross wird. «Am Anfang meiner Karriere war ich so jung, dass ich elterlichen Beistand brauchte. Aber ich muss aufpassen, dass es nicht zu viel wird», sagt die gebürtige New Yorkerin. Schliesslich will sie sich als eigenständige Künstlerin etablieren. Zu verdanken hat sie ihrem Vater, zu dem sie ein sehr enges Verhältnis hat, sehr viel. Als sie neun war, gab ihr Auster eine Rolle in seinem Film «Lulu on the Bridge». 2007 spannten die beiden erneut für ein Kinoprojekt zusammen. «Er ist grossartig, aber auch mein schärfster Kritiker», sagt sie. Mit ihrer Mutter Siri Hustvedt hat Sophie noch nie zusammengearbeitet. «Daran habe ich noch gar nie gedacht. Aber ich würde sicher nicht nein sagen.»

Mit den Eltern im Ausgang

Im Moment geniesst sie aber erst einmal ihre Freiheit. Vor vier Wochen hat sie ihren Abschluss an der Uni gemacht und ist von der elterlichen Wohnung in Brooklyn nach Manhattan gezogen. In den Promi-Hotspots der Stadt sucht man sie aber vergebens: «Ich war seit Jahren nicht mehr in einem Club. Meine Eltern haben mich sehr früh ins Nachtleben eingeführt. Dafür bin ich dankbar. Aber jetzt habe ich es echt gesehen.» Viel lieber verbringt sie Zeit mit guten Freunden.

Verliebt ist sie auch. Endlich. «Ich war ein Spätzünder, hatte lange keinen richtigen Freund.» Wer der Mann an ihrer Seite ist, will sie aber nicht verraten. Ebenso wenig, welche Promis zu ihrem Freundeskreis gehören. Offen spricht sie dagegen über ihre Selbstzweifel: «Lange Zeit mochte ich nicht, wie ich aussah. Und mein Essverhalten war ziemlich seltsam.» Doch mit dem Erfolg kam der Wandel. «Plötzlich hatte ich schlichtweg keine Zeit mehr, mir gross Gedanken über mein Aussehen zu machen.» Unangestrengt schön, das ist Sophie Auster. Und die unrasierten Beine wären uns sowieso nie aufgefallen.

Deine Meinung