Aktualisiert 03.07.2014 15:28

SVP-Gemeinderat

Nicht zum ersten Mal Ärger mit der Polizei

Diego S.* ist offenbar schon früher negativ aufgefallen. Ein Verfahren wegen Drohung läuft gegen den Zürcher SVP-Politiker, der einen Bar-Gast mit einem Messer bedroht haben soll.

von
som

Die Polizei verhaftete den Zürcher SVP-Politiker Diego S.* am Montagabend bei ihm zu Hause - die Nacht auf Mittwoch verbrachte er im Gefängnis. Er sitzt in Untersuchungshaft und es läuft ein Verfahren wegen Drohung gegen ihn, wie Corinne Bouvard, Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft, am Donnerstag bestätigte. Vor seiner Verhaftung soll er in der Beder-Bar randaliert und mit einem Sackmesser herumgefuchtelt haben. «Ich schlitze dir die Kehle auf», habe der angetrunkene Mann einem Gast gedroht. Laut dem «Blick» hatte es der Politiker dieses Jahr schon mehrmals mit der Polizei zu tun.

Komisch aufgeführt hat sich er sich offenbar auch im Gemeinderat, wie seine Ratskollegen sagen. So verlangte er zum Beispiel an einer Sitzung einen Fensterplatz. «Und er hat einfach alle geduzt. Das ist unüblich.» Viele Gemeinderäte fragen sich zudem, wie man eine solche Person nur auf die Wahlliste setzen kann. «Da hat die SVP geschlampt und den Kandidaten nicht genügend geprüft», sagte etwa GLP-Präsident Gian von Planta zum Blick. Dieser Meinung ist auch Grünen-Fraktionspräsidentin Karin Rykart Sutter: «Die SVP trägt die Verantwortung für die Leute, die sie auf die Wahllisten setzt.»

«Vorwürfe sind billige Stimmungsmache»

Solche Vorwürfe bezeichnet der Stadtzürcher SVP-Präsident Roger Liebi als billige Stimmungsmache: «Wenn so etwas passiert, weiss es natürlich jeder besser.» Man wähle die Kandidaten jeweils sorgfältig aus. «Sicher sein kann man sich jedoch nie», so Liebi.

«Wir ziehen wenigstens sofort Konsequenzen, sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten.» Bei anderen Parteien sei dies nicht der Fall: «Als etwa die rauchende SP-Nationalrätin Jacqueline Badran vor einem Jahr aus dem Aura-Club geworfen wurde, hatte dies keine Folgen für ihre politische Karriere.» Anders würde dies bei der SVP ablaufen: «Würde sich jemand so aufführen, würden wir ihm den Rücktritt nahelegen.»

*Name geändert

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