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Portrait of RickNichts als Porno-Bildchen im Kopf

Freiheit für alle, fordert Präsidentschaftskandidat Santorum. Ausser für Frauen und für Schwule. Ein Künstler zahlts ihm nun heim: Mit einem frechen Porträt aus Gay-Porn-Stills.

von
K. Moser
Hunderte Bilder von kopulierenden Männern – da soll noch jemand behaupten, US-Präsidentschaftskandidat Rick Santorum habe nichts im Kopf.

Hunderte Bilder von kopulierenden Männern – da soll noch jemand behaupten, US-Präsidentschaftskandidat Rick Santorum habe nichts im Kopf.

Rick Santorum ist wohl der Überraschungskandidat der US-Republikaner. Niemand hätte dem Ultrakonservativen und katholischen Fundamentalisten zugetraut, im Rennen um die Kandidatur für die Präsidentschaft ein derartiges Stehvermögen an den Tag zu legen.

Der 53-jährige frühere Senator von Pennsylvania hat die Zweifler eines Besseren belehrt. Mit unermüdlichem Einsatz predigt er den mittlerweile doch recht abgetakelten Neoliberalismus und kommt immer wieder mit dem Killer-Argument: Obama ist an allem schuld!

Mit grösster Lust gegen Steuerlast

Geradezu zärtliche Gefühle scheint Santorum für die Superreichen zu hegen, die er mit grösster Lust von ihrer Steuerlast befreien will. Mit derselben Inbrunst spricht er den Unternehmen die soziale Verantwortung ab. Überhaupt entfacht der Begriff Freiheit grosse Leidenschaft in ihm. Dabei geht es dem Hardcore-Liberalen jedoch in erster Linie um die Freiheit der Mächtigen, tun und lassen zu können, was ihnen gefällt.

Rick Santorum gegen «Privilegien» für Schwule

Sobald es hingegen um die Freiheit von Andersdenkenden geht, vollzieht Santorum einen abrupten Positionswechsel: So törnen ihn etwa Frauen total ab, welche das Recht auf Abtreibung reklamieren. Richtig heiss aber wird der Präsidentschaftskandidat, wenn es um das Thema Homosexualität geht. Er habe nichts gegen Schwule, betont er bei jeder Gelegenheit – solange sie ihre Sexualität nicht ausleben oder gar – Gott bewahre – gleiche Rechte wie Heteros fordern.

Ein zweideutiges Porträt

Schlappe Argumente, abgelutschte Ideen – der Mann hat nichts im Kopf, rufen seine Gegner. Ein unbekannter Künstler widerspricht. Seiner Ansicht nach hat der Mann sogar sehr viel im Kopf. Und zeigt mit einem Bild, was er meint: Aus Hunderten von Stills aus Schwulen-Pornos hat er ein Porträt von Rick Sartorum erstellt und ins Netz gestellt.

Wir wollen nicht so weit gehen und dem sechsfachen Familienvater vorhalten, er lebe eine Lüge. Anderseits können wir es uns einfach nicht verkneifen, den deutschen Satiriker F. W. Bernstein mit seinem berühmtesten Bonmot zu zitieren: «Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche».

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