21.10.2020 18:50

Coronavirus-Hotspot Schwyz«Nichts deutet darauf hin, dass wir den Peak bereits erreicht haben»

Im Kanton Schwyz wütet das Coronavirus heftig. Vor einer Woche warnte das Spital davor, die Situation wohl bald nicht mehr bewältigen zu können. Jetzt habe man die Lage unter Kontrolle.

von
Martin Messmer

Mit diesem Video warnte das Spital Schwyz vor der Coronavirus-Pandemie.

Spital Schwyz

Darum gehts

  • Am Mittwoch, 21. Oktober sind im Kanton Schwyz gegenüber dem Vortag 149 neue Personen mit nachgewiesener Corona-Infizierung gezählt worden.

  • Das ist die zweithöchste Zunahme innert 24 Stunden seit Beginn der Pandemie.

  • Damit gibts jetzt kumuliert 1845 Fälle.

  • Das Spital Schwyz schätzt, dass der Peak noch nicht erreicht ist.

  • Man sei vorbereitet, sagen die Verantwortlichen im Spital. Man habe die Lage im Griff.

  • Vor einer Woche appellierte die Spitalleitung in einem Video an die Bevölkerung, unbedingt die Schutzmassnahmen einzuhalten und warnte vor Überlastung.

«Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass unsere Patienten wieder gesund werden. Als Direktorin bin ich dafür verantwortlich, dafür zu sorgen, dass es unserem Patienten und unserem Personal gut geht. Bei den aktuellen Fallzahlen und so dramatisch, wie im Moment der Anteil positiv getesteter Personen ist, wird das eine fast unmögliche Aufgabe»: Mit diesen Worten richtete sich Franziska Föllmi, Chefin des Spitals Schwyz, vor einer Woche per Video an die Bevölkerung. Verbunden mit dem Appell, die Schutzmassnahmen einzuhalten sowie keine Feste mehr zu feiern.

Lage sei unter Kontrolle

Am Mittwoch, eine Woche später, veröffentlichte das Spital auf seiner Website ein neues Factsheet zur Corona-Situation im Spital. Die Lage sei unter Kontrolle, heisst es dort nun. «Alle Patienten, die zu uns kommen, sei es mit Covid oder anderen Beschwerden, werden von unserem Personal professionell und sorgfältig betreut und behandelt.» Derzeit müssten 20 Prozent der Behandlungskapazitäten für Corona-Patienten aufgewendet werden. Und für die Pandemiesituation sei eine Isolationsstation mit 25 Plätzen eingerichtet. Zusätzlich werde diese durch die Intensivbettenstation unterstützt. Auf der Intensivbettenstation seien derzeit drei Beatmungsplatze installiert. «Innerhalb von zwei Tagen können wir weitere schaffen.»

Die Kapazitaten würden laufend der aktuellen Situation angepasst. Bisher hätten «sehr wenige Patienten in andere Spitäler verlegt werden müssen», heisst es im Factsheet weiter. Um eine Überlastung auch in Zukunft zu vermeiden, arbeite man eng mit umliegenden Spitälern zusammen. Das Spital Schwyz habe für jedes Szenario einen Notfallplan erarbeitet, «den wir innert kürzester Zeit umsetzen können», schreibt das Spital.

Coronavirus-Zahlen steigen weiter an

Derweil ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen im Kanton Schwyz am Mittwoch weiter stark angestiegen. Es liegen 1845 bestätigte Fälle vor, das waren 159 mehr als noch am Vortag. Dies ist innert 24 Stunden die zweihöchste Zunahme seit Pandemiebeginn. Eine weitere Person starb an den Folgen von Covid-19. Die Zahl der Verstorbenen liegt damit im Kanton Schwyz bei 36 Personen.

Beim Spital rechnet man damit, dass die Zahlen weiter ansteigen werden: «Derzeit deutet nichts darauf hin, dass wir bereits den Peak erreicht haben. Die Positivitätsrate liegt nach wie vor bei über 30 Prozent.» Man sei jedoch zuversichtlich, dass die vom Bund verordneten Massnahmen rasch Wirkung zeigen würden.

«Das ist kein Widerspruch»

Auf Anfrage beim Spital heisst es, man habe das Factsheet veröffentlicht, weil nach der Publikation des erwähnten Videos das Interesse an der Situation im Spital sehr gross sei. Es sei kein Widerspruch, dass man vor einer Woche noch ein alarmierendes Video publiziert hat und nun trotz weiter steigender Zahlen kommuniziert, die Lage sei im Griff: «Es ist kein Widerspruch, da die Lage nie ausser Kontrolle war, sondern wir darauf hingewiesen haben, dass dies bevorsteht, wenn niemand etwas tut», sagt Spitalsprecherin Nirmala Arthen. Weiter betont die, dass die Botschaft des Video «bei der Bevölkerung angekommen ist».

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