Floskelei: Nichts für ungut
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FloskeleiNichts für ungut

Manche Menschen bringen sie problemlos über die Lippen, die Floskeln und Redewendungen. Spielend lassen Sie Phrasen wie «Nichts für ungut» oder «Ich möchte nicht unhöflich erscheinen, aber...» ins Gespräch einfliessen. Verstehen tun wir sie alle, aber aussprechen?

Welche Worte haben Sie noch nie in den Mund genommen? (Bild: Photocase.com)

Welche Worte haben Sie noch nie in den Mund genommen? (Bild: Photocase.com)

Neulich, beim Nachtessen, sagte jemand zu ihrer guten Freundin: «Also, ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber ...» und dann folgte irgend etwas im Stil von «das war ja klar, dass er seine Freundin niemals verlässt.» Also eigentlich nichts, was man in einer einigermassen offenen und direkten Freundschaft nicht ohne Vorwarnung sagen könnte. Jemand muss einen ja darauf aufmerksam machen, wenn man sich blöd, dumm, unüberlegt, unvorteilhaft oder wie auch immer verhält. Bloss: die Floskel am Anfang des Satzes. Die kam so unerwartet, dass die Freundin erst mal ab der formellen Annäherung stockte, bevor sie sagte: «Ach, nichts für ungut!»

Geläufig aber ungebraucht

Erst mal entdeckt, ist es ein Heiteres, solche Floskeleien, die man vor allem geschrieben kennt, in aller Ernsthaftigkeit zu verwenden. So hätte das Freundinnengespräch dann auch folgendermassen weitergehen können:

«Man weiss ja nie, schliesslich bist du so nahe am Wasser gebaut, dass man nie weiss was noch drin liegt und was nicht.»

«Ach, keine Panik auf der Titanik, ich fühl mich in letzter Zeit als könnt ich Bäume ausreissen.»

Was haben Sie noch nie gesagt?

Versuchen Sies mal, und reagieren Sie das nächste Mal, wenn Ihnen jemand vorgestellt wird mit den Worten: «Es ist mir eine Ehre!» Rufen Sie die Familie mit «Zu Tisch!» zusammen. Und in der Zwischenzeit überlegen Sie sich, welche Floskeln ihnen zwar geläufig sind, Sie aber noch nie gesagt haben und schreiben Sie sie ins Listing.

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