Steuern richtig ausfüllen – «Nichtwissen schützt bei der Steuererklärung nicht vor Strafe»

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Steuern richtig ausfüllen«Nichtwissen schützt bei der Steuererklärung nicht vor Strafe»

Eine von acht Personen hat schon mal eine falsche Aussage in der Steuererklärung gemacht. Eine Studie zeigt, was beim Ausfüllen wichtig ist. Und ein Steuerberater gibt Tipps und Tricks.

von
Marcel Urech
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Schweizerinnen und Schweizer zahlen Steuern am liebsten in Raten. 18- bis 29-Jährige bevorzugen hingegen eine einmalige Zahlung. Das zeigt eine neue Studie des Versicherungskonzerns Generali.

Schweizerinnen und Schweizer zahlen Steuern am liebsten in Raten. 18- bis 29-Jährige bevorzugen hingegen eine einmalige Zahlung. Das zeigt eine neue Studie des Versicherungskonzerns Generali.

20min/Michael Scherrer
Fast die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer beantragen eine Fristverlängerung. Bei den 18- bis 29-Jährigen verlängern weniger als 30 Prozent die Frist.

Fast die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer beantragen eine Fristverlängerung. Bei den 18- bis 29-Jährigen verlängern weniger als 30 Prozent die Frist.

20min/Michael Scherrer
Nur noch rund ein Fünftel der Befragten füllt die Steuererklärung physisch auf Papier aus. Der Rest macht es online beziehungsweise mit einer Software.

Nur noch rund ein Fünftel der Befragten füllt die Steuererklärung physisch auf Papier aus. Der Rest macht es online beziehungsweise mit einer Software.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Die Zahlungsmoral der jungen Steuerpflichtigen ist besser, als ihnen oft nachgesagt wird.

  • Das zeigt eine neue Studie des Versicherungskonzerns Generali.

  • Wer es sich leisten könne, sollte auf das Sparen mit der Säule 3a setzen, rät ein Steuerexperte.

Ein Viertel der Schweizerinnen und Schweizer gibt ihr in die Säule 3a eingezahltes Geld bei den Steuern nicht richtig an. Das zeigt eine Studie des Versicherers Generali, der im Februar 524 Menschen befragt hat. 20 Minuten hat die wichtigsten Aussagen einem Steuerexperten vorgelegt.

Falschaussagen

Das sagt die Umfrage: Eine von acht Personen hat schon mal eine falsche Aussage in der Steuererklärung gemacht.

Das sagt der Experte: «Es ist eine ganz schlechte Idee, in der Steuererklärung absichtlich falsche Angaben zu machen», sagt  Martin Metzger, Steuerspezialist beim VZ Vermögenszentrum. Auch wer ohne Absicht falsche Angaben macht, müsse mit einer Nachbesteuerung rechnen. Das würde dann zwar meist milder beurteilt. Generell gilt aber: «Nichtwissen schützt nicht vor Strafe!»

Säule 3a

Das sagt die Umfrage: Ein Viertel der Steuerpflichtigen mit Säule 3a gibt diese nicht richtig an. Rund 30 Prozent ohne Säule 3a wissen nicht, dass zum Beispiel die Zinserträge des Sparmodells steuerbefreit seien.

Das sagt der Experte: «Wenn man es sich leisten kann, lohnt sich das Sparen mit der Säule 3a», erklärt Metzger. Es könne passieren, dass Steuerpflichtige eingezahlte Gelder im Wertschriftenvermögen deklarieren. Für den Abzug der Säule 3a vom Einkommen erhalte man aber eine separate Bescheinigung.

Ratenzahlungen

Das sagt die Umfrage: Schweizerinnen und Schweizer zahlen Steuern am liebsten in Raten. 18- bis 29-Jährige bevorzugen hingegen eine einmalige Zahlung.

Das sagt der Experte: «Die Zahlungsmoral der jungen Steuerpflichtigen ist besser, als oft gesagt wird», so Metzger. Bei der Einmalzahlung erhalte man oft einen Vorauszahlungszins. Laut Comparis zahlt der Kanton Appenzell Innerrhoden mit 1 Prozent den höchsten Zins.

Fristverlängerung

Das sagt die Umfrage: Fast die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer beantragt eine Fristverlängerung. Bei den 18- bis 29-Jährigen verlängern weniger als 30 Prozent die Frist.

Das sagt der Experte: Metzger zeigte sich überrascht, dass der Wert nicht höher ist. Da man den für die Steuern relevanten Lohnausweis und Unterlagen wie Liegenschaftsabrechnungen meist erst im Februar erhalte, könne die Frist knapp sein. Die Verlängerung müsse man rechtzeitig beantragen.

Das sei meist online möglich. «Wer die Frist verpasst, muss darauf hoffen, dass die Steuerbehörde ein Auge zudrückt.» Der Vorteil einer Fristverlängerung sei, dass man sich so mehr Zeit verschaffe. Nachteilig sei dafür, dass gewisse Kantone für eine Fristverlängerung eine Gebühr verlangen.

Papier oder Online

Das sagt die Umfrage: Nur rund ein Fünftel der Befragten füllt die Steuererklärung auf Papier aus. Der Rest macht es online beziehungsweise mit einer Software.

Das sagt der Experte: Das zeige, dass es ein grosses Bedürfnis der Steuerpflichtigen sei, ihre Steuererklärung online auszufüllen. Metzger empfiehlt dieses Vorgehen. Die Steuer-Apps böten Unterstützung und vereinfachten den Prozess. So laufe man weniger Gefahr, wichtige Abzüge oder Angaben zu vergessen.

Mit oder ohne Hilfe

Das sagt die Umfrage: 70 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer füllen die Steuererklärung vollständig selbst aus.

Das sagt der Experte: Das sei ein hoher Wert, so Metzger. Denn die Onlinetools der Behörden hätten das Ausfüllen stark vereinfacht. Wer ein durchschnittliches Einkommen und keine Immobilien habe, könne meist auf einen Steuerprofi verzichten. Habe man aber mehrere Immobilien und viele Anlagen, lohne sich die Zusammenarbeit oft.

So zahlst du nicht zu viele Steuern

Viele vergessen Abzüge – zum Beispiel Spenden, Krankheitskosten oder die Säule 3a – und zahlen darum zu viel. Einzahlungen in die Säule 3a oder ein Einkauf in die Pensionskasse können sich lohnen. So kann man das steuerbare Einkommen senken und profitiert bei der Auszahlung von einem tieferen Steuersatz.

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