UMWELT: Nicolas Hayek plant das CO2-freie Auto
Aktualisiert

UMWELTNicolas Hayek plant das CO2-freie Auto

Diesmal will er kein Auto bauen, sondern eine revolutionäre Brennstoffzelle. Der Uhrenpatron Nicolas Hayek spannt in der Forschung für ein CO2-emissionsfreies Auto mit dem Paul Scherrer Institut zusammen.

Hayeks Belenos Clean Power AG und das PSI schlossen das Jointventure «Schweizer Brennstoffzelle» ab. Das Ziel sei, einen lokal emissionsfreien Antrieb für einen leichten Personenwagen für mindestens vier Personen zu entwickeln, sagte Nicolas Hayek vor den Medien in Villigen.

Gemeinsam würden Lösung gesucht und umgesetzt. Die Entwicklung werde jedoch mindestens zwei Jahre dauern. «Wir sind überzeugt, dass wir das Ziel erreichen», betonte Hayek.

Mehrere Millionen Franken würden in die Forschung investiert. Man wolle nicht einen Prototypen entwickeln, sondern eine Brennstoffzelle für ein marktfähiges Auto.

Der Antrieb des Fahrzeugs soll die gleiche Lebensdauer wie das Auto selbst haben. Auch die Fahrleistung und der Gesamtpreis (Kaufpreis plus Betriebskosten) sollen mit einem Personenwagen der Kompaktklasse konkurrieren können.

Forschung in die Praxis umsetzen

«Es braucht Visionen, um vorwärts zu kommen», sagte Martin Jermann, PSI-Direktor ad interim. Er bezeichnete die Zusammenarbeit mit Belenos als «einen wichtigen Schritt» auf dem Weg von der Forschung zur Umsetzung in die Praxis.

Alexander Wokaun, Bereichsleiter Allgemeine Energie am PSI, sagte, bei der Brennstoffzelle solle Wasserstoff durch Elektrolyse mit Strom aus dezentralen installierter Photovoltaik hergestellt werden. Damit werde der Antrieb nicht mehr von einer aufwendigen Infrastruktur abhängig sein.

Zusammenarbeit mit Autoproduzenten

Weltweit forschen gemäss Hayek rund 30 Stellen an einer Brennstoffzelle für ein Auto. Er verhandle mit zwei Autokonzernen und erhalte viele Anfragen. Die gestiegenen Benzinpreise begünstigen die Marktfähigkeit von Brennstoffzellen.

«Wir wollen die Autoproduzenten zur Zusammenarbeit bringen», betonte Hayek. Es gehe nicht darum, selbst ein Auto zu bauen. Nick Hayek sagte, Forschung und Entwicklung seien gut, aber am Schluss müsse ein Produkt stehen.

Prominent besetzter Verwaltungsrat

Nicolas Hayek ist Verwaltungsratspräsident der Belenos Clean Power AG. Mitglieder des Verwaltungsrates sind neben seinem Sohn Nick auch der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, sowie der bisher einzige Schweizer Astronaut Claude Nicollier und der US- Schausspieler George Clooney.

Belenos plant nach eigenen Angaben weitere Entwicklungen. Das grösste Reduktionspotenzial der CO2-Emissionen in der Schweiz liege neben dem Individualverkehr im Wärmeverbrauch bei Gebäuden.

Das Paul Scherrer Institut hatte zwar schon 2002 einen auf Brennstoffzellenantrieb umgerüsteten Volkswagen präsentiert. Als Prototyp verbrauchte der Antrieb 40 Prozent weniger Energie als der Benzinmotor eines vergleichbaren Fahrzeuges. (sda)

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