Spezial-Gummi: Nie mehr einen Platten dank neuen Super-Pneus
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Spezial-GummiNie mehr einen Platten dank neuen Super-Pneus

Wenn einem der Pneu platzt, ist das ärgerlich und teuer. Denn dann bleibt nur die Entsorgung. Ein neuartiger Gummi könnte dem bald ein Ende setzen.

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Platte Pneus sind lästig, ...

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... und geplatzte Reifen sogar gefährlich. Damit es künftig nicht mehr so weit kommt, haben deutsche Forscher eine Art Supergummi entwickelt.

... und geplatzte Reifen sogar gefährlich. Damit es künftig nicht mehr so weit kommt, haben deutsche Forscher eine Art Supergummi entwickelt.

Keystone/AP/John Ehlke
Dieser kann sich selbst heilen und die durch ein Loch oder einen Riss getrennten Pneu-Teile wieder miteinander verbinden.

Dieser kann sich selbst heilen und die durch ein Loch oder einen Riss getrennten Pneu-Teile wieder miteinander verbinden.

Applied Material & Interfaces/IPF

Schon ein kleines Loch im Pneu kann unangenehme Folgen haben. Im schlimmsten Fall kann er platzen und so das Leben von Autolenker und Mitfahrern gefährden. Deshalb sollte man selbst kleinste Löcher mittels Vulkanisation (siehe Box) flicken lassen. So ist es zumindest bisher. Doch ein neuartiger Gummi könnte dem ein Ende setzen.

Entwickelt haben ihn Forscher um Amit Das vom Leibniz-Institut für Polymerforschung in Dresden. Der Clou: Er kann sich selbst heilen und die durch ein Loch oder einen Riss getrennten Teile wieder miteinander verbinden, wie das Team im Fachjournal «Applied Materials & Interfaces» schreibt.

Platzen scheint ausgeschlossen

Dafür hat das Team den in vielen Pneus vorkommenden Butylkautschuk mit einer Kohlenstoff-Stickstoff-Verbindung angereichert. Diese Kombination ermöglicht es dem Material, sich immer wieder neu zu verknüpfen, nachdem die ursprünglichen Kohlenwasserstoffketten im Pneu getrennt worden sind (siehe Bildstrecke).

Weiterer Vorteil: Der Gummi scheint deutlich elastischer, dehnbarer und zäher als der Ausgangsstoff. Laut den Forschern waren im Labor kleinere Löcher schon nach einer Stunde repariert. Nach acht Tagen hielt das Material sogar Druck aus, der um mehr als 900 Prozent höher war als der, bei denen herkömmliche Pneus normalerweise platzen.

Reifen vulkanisieren

Hat der Pneu ein Loch, reicht es nicht, dieses einfach zu stopfen. Denn der Füllstoff muss fest mit dem eigentlichen Reifen verbunden werden. Nur dann ist gewährleistet, dass der Gummistopfen hält und dicht ist. Deshalb muss neben dem Flick- auch noch ein sogenanntes Vulkanisationsmittel zugegeben werden, das erhitzt wird. Entwickelt wurde das Verfahren von Charles Goodyear im Jahr 1839.

Das Problem: Nicht jeder Reifen kann vulkanisiert werden. Bei Hochgeschwindigkeitsreifen ist das Risiko, dass der Reifen bei grossem Tempo platzt, viel zu hoch, wenn Löcher repariert werden. Selbst einfache Reifen darf man nicht immer vulkanisieren – beispielsweise wenn das Loch zu gross ist.

(Bild: Bundesarchiv, Bild 183-2005-0711-504/CC-BY-SA 3.0)

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