Interview mit Urs Meier: «Nie Ruhe, weil es immer wieder Fehler gab»

Aktualisiert

Interview mit Urs Meier«Nie Ruhe, weil es immer wieder Fehler gab»

Schiedsrichter-Chef Urs Meier zieht nach der Vorrunde in der Axpo Super League eine «durchzogene Bilanz» der Unparteiischen.

Urs Meier, die Schiedsrichter standen in diesem Herbst fast wöchentlich im Mittelpunkt und sorgten für negative Schlagzeilen.

Urs Meier: Ich ziehe eine durchzogene Bilanz. Es wurde vielfach gut gepfiffen, aber es gab eben auch Ausreisser nach unten. Wir hatten nie über längere Zeit Ruhe, weil es immer wieder Fehler gab.

Die Fehler waren teilweise schwerwiegend.

Es gab auch Fehler, die von den Medien und den Klubverantwortlichen aufgebauscht wurden.

Sind die Medien und Klubverantwortlichen schuld an der Schiedsrichter-Diskussion?

Alle tragen die Schuld mit. Wir, die Schiedsrichter, haben den Klubs Anlass gegeben, Kritik zu üben. Und die Kritik war manchmal zu heftig. Es geht nicht, wenn man den Schiedsrichtern bösen Willen oder sogar Betrug vorwirft. Das hat dazu geführt, dass die Schiedsrichter so schlecht dastanden wie noch nie zuvor in der Schweiz.

Trotzdem bleibt der Eindruck, dass zum Beispiel in der Champions League besser gepfiffen wird.

Die Schiedsrichter zeigen nicht bessere Leistungen. Es ist aber ein Fakt, dass auf dem Niveau der Champions League der Res­pekt und die Akzeptanz gegenüber dem Schiedsrichter grösser sind. Man geht dort anders miteinander um. In anderen Ländern ist die Stimmung weniger schlecht.

Was können Sie als Schiedsrichter-Chef konkret machen?

Ich kämpfe für professionellere Bedingungen. Es kann nicht sein, dass die Schiedsrichter und Assistenten 100 Prozent arbeiten. Sie müssten sich mindestens einen Tag in der Woche mit ihrer nächsten Aufgabe vertraut machen können.

Das kostet viel Geld.

Gerade diejenigen, die uns scharf kritisieren, verhindern, dass wir mehr finanziellen Spielraum für die Schiedsrichter haben.

Diejenigen, die kritisieren, monieren auch, dass die Schiedsrichter uneinsichtig und unnahbar sind.

Es gab diese Kritik von Christian Constantin und Ciriaco Sforza. Ich werde mit den Schiedsrichtern darüber im Trainingslager auf Gran Canaria reden. Das Verhalten gegenüber Trainern und Spielern muss korrekt sein. Umgekehrt aber auch. (si)

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