Aktualisiert 08.04.2005 10:44

Niederländisches Königshaus fehlt bei Papst-Begräbnis

Die Abwesenheit des niederländischen Königshauses beim Begräbnis von Papst Johannes Paul II. stösst bei niederländischen Medien auf Unverständnis und Kritik.

Das Land wird in Rom durch Ministerpräsident Jan Peter Balkenende vertreten. Balkenende vertrete auch Königin Beatrix, betonte ein Regierungssprecher. Die auflagenstärkste Zeitung «Telegraaf» kommentierte am Freitag, es sei «nicht angemessen», dass weder Königin Beatrix noch ein Vertreter ihrer Familie nach Rom gereist sei und dass es darüber hinaus dafür keine Begründung gebe.

Die zweitgrösste Zeitung «de Volkskrant» schrieb, Vertreter von Kirche und Politik seien empört über die Abwesenheit der Königin. Die Zeitung zitierte einen Priester mit den Worten: «Wir finden das merkwürdig.»

Der niederländische Kardinal Adrianus Simonis sagte in Rom, das Königshaus treffe seine eigenen Abwägungen, er könne sich da nicht einmischen. Hochrangige Politiker hielten sich mit einer Bewertung zurück. Allerdings sprach der frühere Ministerpräsident Dries van Agt von einer «Beleidigung».

In den protestantischen geprägten Niederlanden hatte selbst die katholische Kirche lange Zeit ein belastetes Verhältnis zu Johannes Paul II. Er hatte in den Achtziger Jahren deren Reformbemühungen zurückgewiesen.

Sein Besuch 1985 fand in einer unterkühlten Atmosphäre statt, es gab Gegendemonstrationen von Katholiken. In den letzten Jahren hatten sich die Beziehungen aber entspannt. Alle heutigen niederländischen Bischöfe sind unter Johannes Paul II. ins Amt gekommen.

(sda)

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