Aktualisiert

WM-OutNiederlage zum WM-Abschluss

Die Schweiz verabschiedet sich aus Helsinki mit einer 2:5 Niederlage gegen die USA. Trotzdem ist die Nati direkt für die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi qualifiziert.

von
dke

Das Schweizer Nationalteam hat zum Abschluss der WM in Helsinki auch gegen die USA verloren - und zwar mit 2:5. Dank tschechischer Schützenhilfe hatten sich die Schweizer die Olympia-Qualifikation bereits vor der Partie kampflos gesichert.

Die Schweizer hätten das Ticket für Sotschi 2014 gegen die USA nur noch verspielen können, wenn sie mit einer unrealistisch hohen Differenz von 16 Toren verloren hätten. Dies, nachdem die Tschechen Deutschland, dem direkten Schweizer «Gegner» im Kampf um den 9. Rang in der Weltrangliste und dem damit verbundenen Olympia-Startplatz, im Nachmittagsspiel der Gruppe B eine bittere 1:8-Schlappe zugefügt hatten.

Es ging um nichts mehr

Dank der guten Nachricht aus Stockholm verkam das Duell gegen die Amerikaner wie vor einem Jahr in der Slowakei zum bedeutungslosen «Testspiel». Im Gegensatz zu 2011, als das Team von Trainer Sean Simpson 5:3 gewonnen hatte, behielten die Amerikaner dieses Mal die Oberhand - zum ersten Mal in einem WM-Duell mit der Schweiz seit 2002 und nach zuletzt drei Niederlagen.

Mit allerletztem Einsatz gingen die Schweizer wie erwartet nicht mehr zur Sache. Die Entscheidung fiel im letzten Drittel, als die USA mit zwei Treffern durch Paul Stastny und Alex Goligoski innerhalb von 42 Sekunden auf 4:1 davonzogen. Morris Trachsler mit seinem ersten WM-Tor brachte die Schweizer gut fünf Minuten vor dem Ende zwar noch einmal auf 2:4 heran, nur 16 Sekunden später stellten die USA den Dreitore-Vorsprung aber wieder her.

«Das war kein gutes Turnier»

Die Spieler geben sich nach dem Spiel sichtlich enttäuscht. Für Captain Mark Streit ist es aber kein Zufall, dass die Schweiz die Viertelfinals nicht erreicht hat. «Es fehlt die Konstanz, wir haben defensiv immer wieder Aussetzer.» Für den NHL-Verteidiger ist die Partie gegen die USA ein Spiegelbild der gesamten Weltmeisterschaft: «Das mag in der Schweizer Liga funktionieren, auf internationalem Niveau aber nicht.» Sein Fazit ist klar: «Das war kein gutes Turnier». Auch Routinier Mathias Seger, der zum Stürmer umfunktioniert wurde, sieht den Schwachpunkt in der Abwehr: «Wir müssen defensiv cleverer spielen.»

Brunners Abgang scheint beschlossen

Ivo Rüthemann schoss die Schweiz 21 Sekunden nach der ersten Pause mit seinem dritten Tor an diesem Turnier 1:0 in Führung. Der Stürmer des SC Bern schloss eine schöne Kombination mit Kevin Romy und Damien Brunner ab. Mit seinem Assist sicherte sich Brunner, der bereits die NLA-Saison als bester Punktesammler abgeschlossen hatte, die teaminterne Topskorerkrone an dieser WM (3 Tore/4 Assists).

Brunner bewies nicht zuletzt dank seiner sieben Punkte, wieso er auf der Einkaufsliste verschiedenster NHL-Klubs ganz oben steht. Sein Abgang nach Nordamerika scheint inzwischen beschlossene Sache. So bestätigte etwa Steve Yzerman, der Manager von Tampa Bay Lightning, in einem Exklsuiv-Interview von heute (Mittwoch) in der «Luzerner Zeitung», dass er Brunner unbedingt verpflichten wolle. «Es ist Damians Entscheid (ob er zu Tampa gehen will - Red.). Aber wir sind nicht die einzigen», liess sich der ehemalige kanadische Star-Center zitieren.

Auch Niederreiter out

Weil für die Dernière mit Nino Niederreiter (Aussenband-Verletzung am rechten Sprunggelenk) ein vierter Stürmer des Schweizer WM-Kaders verletzt ausfiel, standen Simpson gerade noch zehn Stürmer zur Verfügung. Das hatte zur Folge, dass in der vierten Linie zwei Verteidiger (Seger, von Gunten) stürmten - vermutlich eine Premiere in der Geschichte des Schweizer Nationalteams. Das Sturmduo Seger/von Gunten blieb ohne Skorerpunkte. Von Gunten stand bei einem, Seger bei keinem Gegentor auf dem Eis.

Statistisch ernüchternde Zahlen

Mit dem Spiel gegen die USA ging für die Schweiz eine in jeder Beziehung enttäuschende WM-Kampagne zu Ende. Auch statistisch fällt die Bilanz ernüchternd aus. Die Schweizer schliessen die WM im 11. Schlussrang ab. So weit hinten klassierten sich die Schweizer noch nie, seit die A-Gruppe 1998 im Hinblick auf die WM in der Schweiz auf 16 Teams aufgestockt worden war. Ein Jahr davor waren die Schweizer unter Simon Schenk im 3. Rang der B-Gruppe (15. Gesamtrang unter allen Nationen) gelandet, wegen des neuen Modus' aber trotzdem aufgestiegen. Die schlechteste Klassierung unter Ralph Krueger war Platz 10 im Jahr 2002 in Schweden.

In der Weltrangliste, die 2003 in dieser Form eingeführt wurde, fällt die Schweiz nach dem Rückfall auf Platz 9 erstmals seit 2005 wieder aus den Top acht. Fünf WM-Niederlagen in Serie erlitten die Schweizer letztmals 1995 in Schweden. Damals waren die Schweizer unter Mats Waltin letztmals in die B-Gruppe abgestiegen.

USA - Schweiz 5:2 (0:0, 2:1, 3:1)

Hartwall Arena, Helsinki. - 9212 Zuschauer. - SR Frano/Lärking (Tsch/Sd), Kilian/Scheljanin (No/Russ).

Tore: 21. (20:21) Rüthemann (Romy, Damien Brunner) 0:1. 23. Ryan (Pacioretty, Fowler) 1:1. 37. Fowler (Stastny) 2:1. 46. (45:22) Stastny (Ryan, Pacioretty/Ausschluss Blindenbacher) 3:1. 47. (46:04) Goligoski (Abdelkader, Palmieri) 4:1. 55. (54:43) Trachsler (Benjamin Plüss, Josi) 4:2. 55. Petry (Stastny) 5:2.

Strafen: 5mal 2 Minuten gegen die USA, 4mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

USA: Howard; Fowler, Johnson; Faulk, Goligoski; Petry, Butler; Braun; Atkinson, Stastny, Pacioretty; Okposo, Smith, Ryan; Brown, Abdelkader, Palmieri; Crabb, Thompson, Slater; Dwyer.

Schweiz: Berra; Du Bois, Josi; Sbisa, Philippe Furrer; Blindenbacher, Streit; Damien Brunner, Romy, Rüthemann; Hollenstein, Trachsler, Benjamin Plüss; Wick, Ambühl, Monnet; Seger, Bieber, von Gunten.

Bemerkungen: Schweiz ohne Niederreiter, Simon Moser, Rubin, Sprunger (alle verletzt), Flüeler (überzählig) und Stephan (Ersatztorhüter). - Schüsse: USA 24 (8-10-6); Schweiz 27 (6-7-14). - Powerplay-Ausbeute: USA 1/4; Schweiz 0/5. (dke/si)

Deine Meinung