Wegen neuer Covid-Mutation – Erste Länder stoppen Flugverkehr mit Südafrika
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Wegen neuer Covid-MutationErste Länder stoppen Flugverkehr mit Südafrika

In Südafrika gibt es erste Fälle einer neuen, potentiell hochansteckenden Mutation des Coronavirus. Erste Länder haben darum ein Einreiseverbot für Reisende aus Südafrika erlassen.

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Für Reisende aus Südafrika und umliegenden Ländern gelten in vielen Gebieten Reisebeschränkungen, nachdem im Land eine neue, potentiell hochansteckende Variante des Coronavirus entdeckt wurde.

Für Reisende aus Südafrika und umliegenden Ländern gelten in vielen Gebieten Reisebeschränkungen, nachdem im Land eine neue, potentiell hochansteckende Variante des Coronavirus entdeckt wurde.

Getty/Leon Neal
Italien hat darum am Freitag für einzelne Länder ein Einreiseverbot verhängt.

Italien hat darum am Freitag für einzelne Länder ein Einreiseverbot verhängt.

Reuters/Remo Casilli
Österreicherinnen und Österreicher, die sich zurzeit in Südafrika aufhalten, müssen sich bei ihrer Rückkehr in eine strenge Quarantäne begeben.

Österreicherinnen und Österreicher, die sich zurzeit in Südafrika aufhalten, müssen sich bei ihrer Rückkehr in eine strenge Quarantäne begeben.

AFP/Joe Klamar

Darum gehts

  • Eine in Südafrika entdeckte Mutation des Coronavirus könnte gemäss Experten und Expertinnen hochansteckend sein.

  • Erste Länder wie Österreich und die Niederlande haben deswegen eine Einreisesperre für Reisende aus Südafrika und umliegenden Ländern verhängt.

  • In Israel wurden bereits zwei Fälle festgestellt, bei denen Personen mit der neuartigen Mutation des Virus infiziert waren.

Österreich verbietet wegen der neuen Corona-Variante B.1.1.529 die Einreise aus Südafrika und einigen anderen afrikanischen Staaten. Das gab das Gesundheitsministerium am Freitag bekannt. Nur Österreicher und Österreicherinnen, die sich in Südafrika, Namibia, Botsuana, Simbabwe und Mosambik aufhielten, dürften noch in ihre Heimat zurückkehren. Sie müssten aber besonders strenge Quarantäne-Bedingungen beachten.

Südafrika ist Hochrisikogebiet

Auch die Niederlande wollen wegen des Aufkommens einer neuen Virusvariante ein Landeverbot für Flüge aus dem südlichen Afrika verhängen. Dieses gelte ab Freitag, 12.00 Uhr, teilte die Regierung in Den Haag mit. Ausserdem würden Südafrika sowie weitere betroffene Länder der Region zu Hochrisikogebieten erklärt. Passagiere, die aus der Region nun noch unterwegs sind, müssten sich nach Ankunft am Amsterdamer Flughafen Schiphol testen lassen und anschliessend in Quarantäne begeben.

Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza hat wegen der Coronavirus-Variante B.1.1.529 per Anordnung die Einreise aus mehreren südafrikanischen Ländern ebenfalls eingeschränkt. Wer in den vergangenen 14 Tagen in Südafrika, Lesotho, Botsuana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini gewesen sei, könne nicht nach Italien einreisen, teilte sein Ministerium am Freitag mit. Italienische Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen arbeiten daran, die Variante zu untersuchen. In der Zwischenzeit gilt laut Speranza «maximale Vorsicht».

Quarantäne für EU-Bürger und -Bürgerinnen

Auch Tschechien verbietet Nicht-EU-Bürgern und -Bürgerinnen aufgrund der neu auftretenden Corona-Variante die Einreise aus Südafrika, Namibia, Mosambik, Sambia und vier weiteren afrikanischen Staaten. Das gelte von Samstag an, teilte das Aussenministerium in Prag am Freitag mit. Für Tschechen und Tschechinnen sowie andere EU-Bürgerinnen und -Bürger, die sich in den vergangenen 14 Tagen in einem dieser Staaten aufgehalten haben, sind demnach strenge Quarantänemassnahmen geplant.

Die neue Virusvariante gebe Anlass zur Sorge, sagte der geschäftsführende Gesundheitsminister Hugo de Junge. «Dies ist eine vorsorgliche Massnahme, um die Einführung einer neuen Variante, die möglicherweise ansteckender ist, abzubremsen», zitierte die Nachrichtenagentur ANP den Minister.

Impfungen «fast sicher» weniger effektiv

Die derzeit verfügbaren Corona-Impfstoffe sind nach Ansicht eines britischen Experten «fast sicher» weniger effektiv gegen die im südlichen Afrika entdeckte neue Variante B.1.1.529. Das sagte James Naismith, Professor für Strukturbiologie an der Universität Oxford, in der Radiosendung BBC 4 Today am Freitag.

WHO gegen Reisebeschränkungen

Als Reaktion auf die neue Corona-Variante B.1.1.529 empfiehlt die UN-Gesundheitsorganisation WHO wissenschaftlich fundierte Massnahmen und Risikobewertungen, aber aktuell keine Reisebeschränkungen. WHO-Sprecher Christian Lindmeier sagte am Freitag in Genf, Staaten könnten auch ohne solche Einschränkungen eine Reihe von Massnahmen ergreifen, um die Ausbreitung von neuen Varianten einzudämmen. Dazu gehörten die genaue Beobachtung des Infektionsgeschehens und die Genanalyse von auftretenden Corona-Fällen.

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(dpa/bho)

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