Rapperswil: Niemand hilft diesen balkonlosen Bewohnern
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RapperswilNiemand hilft diesen balkonlosen Bewohnern

Vor rund einem Jahr stürzten vier Balkone in Rapperswil ein. Noch immer haben die Bewohner keine neuen. Und: Die Kosten müssen sie selber tragen.

von
jeh

Es war ein Wunder, dass niemand verletzt wurde. Im Juli vor einem Jahr stürzte an der Alten Jonastrasse 65 in Rapperswil der oberste Balkon eines Wohnhauses ein und riss die unteren drei mit sich. Jetzt, fast genau ein Jahr später, haben die Bewohner noch immer keine neuen Balkone an ihrer Hausfassade. Wie die «Zürichsee- Zeitung» schreibt, hätten die neuen Balkone eigentlich bis im Frühling fertig sein müssen. Weil nun aber weitere Mängel in der Tiefgarage und an den Wänden der Wohnungen zum Vorschein gekommen sind, verzögern sich die Arbeiten bis Ende Jahr. Insgesamt entstehen Kosten von rund einer Million Franken.

Versicherung nicht realisierbar

Für die Wohnungseigentümer besonders bitter: Sie müssen die Kosten selber tragen. Die Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft hatte im Herbst zwar ergeben, dass Baupfusch der Grund für den Balkoneinsturz war. Doch das Haus wurde in den 70er Jahren gebaut, die siebenjährige Haftungsfrist ist längst abgelaufen, die Baufirma existiert nicht mehr. Die Bewohner können also nichts zurückfordern.

Sie fühlen sich allein gelassen. «Dass es in einem Land wie der Schweiz keine Versicherung für so etwas gibt oder eine Unterstützung durch die öffentliche Hand, finde ich nicht richtig», sagt ein Bewohner des Mehrfamilienhauses. Karl Güntzel, Delegierter des Hauseigentümerverbands St.Gallen, versteht die Beschwerden der Eigentümer. Er fragt allerdings auch: «Doch wie würde man das versichern oder einen solchen Fonds speisen?» In diesem Fall gebe es nur eine Lösung: Die Hilfe müsse eher auf private Initiative hin erfolgen. Für die Bewohner ein schwacher Trost. «Es gibt ein einziges Wort für unsere Situation», sagt eine Wohnungseigentümerin, «Pech.»

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