Krippenmörder: «Niemand weiss, warum er das getan hat»
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Krippenmörder«Niemand weiss, warum er das getan hat»

Der nach dem Blutbad in der Kinderkrippe von Dendermonde verhaftete Kim De Gelder hat nach Angaben seines Anwalts die Tat gestanden. Inzwischen meldeten sich auch Angehörige des Täters zu Wort.

Der 20-jährige Kim De Gelder, der am Freitag in eine Krippe im flämischen Dendermonde eingedrungen war und zwei Babys und eine Erzieherin getötet hatte, schweige zwar noch immer gegenüber den Ermittlern, berichtete am Montagabend die belgische Nachrichtenagentur Belga. Er habe aber gegenüber seinem Anwalt sein Schweigen gebrochen.

«Er versteht, dass das, was er getan hat, unmenschlich war», sagte Anwalt Jaak Haentjes laut Belga. «Ich glaube, dass er Bedauern empfindet. Das hat er jedenfalls gesagt. Ich würde aber nicht so weit gehen zu sagen, dass er bereut.»

«Der Grund für die Bluttat bleibt ein Geheimnis»

Dem Anwalt zufolge ist De Gelder selbst nicht klar, warum er in die Krippe eindrang und auf die Babys einstach: «Der Grund, warum er Babys in einer Krippe als seine Opfer aussuchte, bleibt ein Geheimnis. Ich wollte wissen, warum er es getan hat. Er will es auch. Er ist bereit, in dieser Richtung mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten.»

Auch Rentnerin ermordet?

Am Montag teilte die Staatsanwaltschaft zudem mit, dass der Messerstecher auch für den Mord an der 73-jährigen Elza Van Raemdonck verantwortlich gemacht werde. Die Frau war am 16. Januar in ihrem Haus in der Nähe von Dendermonde erstochen worden. Nach Angaben der belgischen Zeitung «Gazet van Antwerpen» hatten die Ermittler bis zur Verhaftung von De Gelder keine Spur in diesem Fall. Danach liess der zuständige Untersuchungsrichter eine Hausdurchsuchung in der Wohnung von De Gelder anordnen, bei der eine Sammlung von Zeitungsausschnitten zu dem Mordfall gefunden wurde. Bisher habe De Gelder aber die Verantwortung für diese Bluttat zurückgewiesen.

«Unsere ganze Familie steht unter Schock»

Der Onkel von Kim De Gelder, Yves D'Haese, sagte gegenüber der Zeitung «Gazet van Antwerpen», niemand wisse, warum er die Tat begangen habe. «Unsere ganze Familie steht unter Schock», sagte D'Haese, der zudem betonte, seinem Neffen habe es in seiner Kindheit an nichts gefehlt. «In materieller Hinsicht kam er nie zu kurz. Und seine Eltern gaben ihm auch die nötige Aufmerksamkeit, sahen ihn immer gern und boten ihm alle Chancen, die er brauchte.» Bei der Erziehung von Kim sei nichts schief gelaufen, meint sein Onkel.

«Aggression gabs bei ihm nicht»

D'Haese bestätigt allerdings das Bild, das auch andere Menschen gezeichnet haben, die bisher mit De Gelder zu tun hatten. «Bei Familienfesten blieb er immer auf seinem Stuhl sitzen. Gucken — mehr nicht. Aber es gefiel ihm durchaus. Er war der Alternative, mit langem Haar und etwas mädchenhaftem Aussehen. Ein wenig soft vielleicht auch. Aggression gabs bei ihm nicht, verbal nicht und schon gar nicht physisch. Davon haben wir nie was mitbekommen.»

Schock und Entsetzung nach der Bluttat$$VIDEO$$

(Video: AP/dga)

(sda/dhr)

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