16.06.2017 15:59

Interpellation gegen CBD

«Niemand weiss, was im Joint drin ist»

Legalen CBD-Hanf gibt es in Basel bald an jeder Ecke zu kaufen. Für EVP-Grossrätin Annemarie Pfeifer wird den Risiken zu wenig Beachtung geschenkt.

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las
Wie viel THC ist in der Tüte? Das ist von blossem Auge nicht erkennbar. Die Basler Regierung muss nun zum CBD-Boom Stellung nehmen. (Symbolbild)

Wie viel THC ist in der Tüte? Das ist von blossem Auge nicht erkennbar. Die Basler Regierung muss nun zum CBD-Boom Stellung nehmen. (Symbolbild)

Keystone/Martin Ruetschi

Der Verkauf von THC-armem CBD-Hanf ist in den vergangenen Monaten explosionsartig angestiegen. Solange die Ware weniger als ein Prozent des psychoaktiven Wirkstoffs enthält, darf sie legal gehandelt werden. Die Grossrätin und psychologische Beraterin Annemarie Pfeifer (EVP), die sich bereits zuvor kritisch zur Entwicklung geäussert hatte, fordert nun in einer Interpellation eine Stellungnahme von der Regierung. Sie will wissen, wie diese mit dem «Cannabis light»-Boom umzugehen gedenkt.

Sie befürchtet, dass aus der florierenden«Modedroge» eine Einstiegsdroge wird. «Ich arbeite mit suchtbetroffenen Jugendlichen oder deren Angehörigen. Beim Konsum passen sich die Rezeptoren an und die Dosis wird erhöht», sagt Pfeifer. Im Suchtbereich sei es typisch, dass immer stärkere Substanzen konsumiert würden, heisst es im Interpellationstext. Auch das niedrig dosierte CBD berge ein bisher nicht abschätzbares Gefahrenpotential und sei in Deutschland nur mit einem ärztlichen Rezept zu erhalten.

«Niemand weiss, was drin ist»

Zudem zeigt sich Pfeifer besorgt über die Intransparenz beim Kiffen. «Wenn ein Joint herumgereicht wird, kann man nicht sagen, was drin ist», sagt sie. Weil der Geruch und der Geschmack identisch sind, könne dem legalen CBD auch illegales, THC-reiches Cannabis beigemischt werden. Dies setze Personen, die glauben, keine psychoaktiven Drogen zu konsumieren, Risiken aus – wie etwa an einer Psychose zu erkranken.

Gleichermassen seien die Gesetzeshüter mit neuen Schwierigkeiten konfrontiert: «Die Polizei kann auf der Strasse nicht feststellen, ob das Gerauchte legal ist oder nicht», so Pfeifer. «Der THC-Gehalt von Cannabis ist für Polizistinnen und Polizisten nicht von Auge erkennbar», bestätigt Martin Schütz, Sprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements. In jedem Fall würde das Cannabis aber konfisziert, eine Ordnungsbusse verhängt und die Staatsanwaltschaft beigezogen. Den Beschuldigten stehe aber der Rechtsweg offen, der eine Prüfung der sichergestellten Ware nach sich ziehe.

Jugend gefährdet?

Weiter fordert Pfeifer von der Regierung Massnahmen zur Wahrung des Jugendschutzes. Sowohl die Verkaufsstellen als auch die Jugendlichen müssten sensibilisiert werden, denn selbst THC-arme Rauchwaren seien als Tabakersatzprodukte reguliert. Auf Anfrage schlägt sie Testkäufe mit Minderjährigen sowie informative Präventionsmassnahmen vor.

Laut Medienmitteilung vom Mittwoch weist das Gesundheitsdepartement (GD) darauf hin, «dass über die Langzeitauswirkungen des CBD-Konsums noch wenig bekannt ist». Ein zentrales Anliegen des GD sei es aber, dass die Jugendschutzbestimmungen beim Verkauf eingehalten würden.

Auf jeden Fall halten sich die Verkaufsstellen von CBD in Basel an das Gesetz. Wie derselben Mitteilung zu entnehmen ist, wurden in den Proben keine illegalen Substanzen festgestellt.

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