Rätselhaft: Niemand weiss, wer die Leiche im Moor ist
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RätselhaftNiemand weiss, wer die Leiche im Moor ist

Am Glaubenberg im Moor wurden menschliche Überreste gefunden. Während ein Skelett identifiziert wurde, herrscht beim zweiten noch immer Ungewissheit.

von
mik
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Auf dem Glaubenberg wurden zwei Skelette gefunden.

Auf dem Glaubenberg wurden zwei Skelette gefunden.

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Der Fundort befindet sich im Kanton Obwalden.

Der Fundort befindet sich im Kanton Obwalden.

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Nach den ersten Erkenntnissen der Kantonspolizei Obwalden könne ein Zusammenhang zwischen den Funden ausgeschlossen werden.

Nach den ersten Erkenntnissen der Kantonspolizei Obwalden könne ein Zusammenhang zwischen den Funden ausgeschlossen werden.

Keystone/Alexandra wey

Zwei tote Männer, beide verstorben im kalten Moor am Glaubenberg im Kanton Obwalden. Wanderer meldeten bei der Polizei den Fund von menschlichen Überresten. Als die Ermittler im Umkreis von mehreren Kilometern den Fundort sichteten, stiessen sie auf weitere menschliche Gebeine. Die Identität eines Skelettes konnte einem 82-jährigen Pilzsammler aus Obwalden, der seit zwei Jahren vermisst wird, zugeordnet werden. Der zweite Mann, der erst vor einigen Wochen verstarb, wirft ungeklärte Fragen auf.

Erste Vermutung stimmte nicht

Oberstaatsanwältin Esther Omlin vermutete zunächst, dass es sich um einen abgetauchten Asylbewerber aus dem Bundesasylzentrum Glaubenberg handeln könne. «Es kommt relativ oft vor, dass jemand von da oben verschwindet», sagt Omlin gegenüber dem «Boten der Urschweiz.» Allerdings sei inzwischen klar, dass diese Theorie nicht stimme. Denn das Rechtsmedizinische Institut in Zürich, habe die Leiche untersucht und konnte diese Vermutung mit Hilfe von Vergleichsproben ausschliessen. Bei beiden Männern konnte keine stumpfe Gewalteinwirkung festgestellt werden.

Wurden die Toten angeschwemmt?

Die Ermittler scheinen wieder am Anfang zu stehen. Man habe keine Kenntnis von einer vermissten Person in diesem Gebiet. Ein Rucksack mit Hinweisen konnte laut Omlin auch nicht gefunden werden. Auch ein Zusammenhang zwischen den beiden Personen wird ausgeschlossen. Das Gebiet, in dem die Skelette lagen, sei sehr unwegsam. Es handle sich um eine Moorlandschaft mit tiefen Einschnitten, allenfalls seien die Überreste angeschwemmt worden. Deshalb sei nicht klar, wo die beiden genau verstorben seien. Nach der Medienmitteilung Ende der letzten Woche seien in mehreren Kantonen Vermisste gemeldet worden. Möglicherweise könne so anhand von Datenbanken ein Treffer gelandet werden. Eine weitere mögliche Spur möchte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht preisgeben.

Ist das Gebiet gefährlich?

«Zwei Tote im Grosschlierental, wirft die Frage nach der Sicherheit im Gebiet auf», schreibt der «Bote der Urschweiz.» «Ich würde es überhaupt nicht gefährlich nennen. Die Wanderwege verlaufen flach, es gibt keine kritischen Stellen, wo man abstürzen oder im Moor versinken könnte. Ich will aber nicht für die Pilzsammler reden, die oft weitab von den Wanderwegen gehen», sagt Urs Wallimann, Geschäftsstellenleiter des Vereins Obwaldner Wanderwege gegenüber der Zeitung. Er empfehle Wanderern, grundsätzlich immer auf dem Pfad zu bleiben.

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