14.09.2020 14:32

Von Windhose verwehtNach zwei Monaten ist dieses Netz jetzt ein Fall für den Rechtschutz

Seit Anfang Juli hängt in Bottmingen BL ein Schutznetz einer Erbeerplantage in den Bäumen. Eine Windhose hatte es dahin befördert. Die Versicherung weigert sich, für die Entfernung des Netzes aufzukommen.

von
Lea Lozano
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Eine Windhose wirbelte am 9. Juli dieses rund zehn Meter breite und 100 Meter lange Netz des Landwirts Thomas Wiesner durch die Luft und beförderte es schliesslich in die 30 Meter hohen Bäume neben seiner Erdbeerplantage in Bottmingen.

Eine Windhose wirbelte am 9. Juli dieses rund zehn Meter breite und 100 Meter lange Netz des Landwirts Thomas Wiesner durch die Luft und beförderte es schliesslich in die 30 Meter hohen Bäume neben seiner Erdbeerplantage in Bottmingen.

Thomas Wiesner 
Der Besitzer des «Beeriland» in Bottmingen meldete den Vorfall seiner Versicherung, in der Hoffnung, dass diese für die Beseitigung des Netzes aufkommt. 

Der Besitzer des «Beeriland» in Bottmingen meldete den Vorfall seiner Versicherung, in der Hoffnung, dass diese für die Beseitigung des Netzes aufkommt.

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Der Landwirt wurde aber enttäuscht. Die Mobiliar weigert sich für den Schaden aufzukommen.

Der Landwirt wurde aber enttäuscht. Die Mobiliar weigert sich für den Schaden aufzukommen.

beeriland.ch

Darum gehts

  • Eine Windhose beförderte im Juli das Schutznetz einer Erdbeerplantage in die umliegenden Bäume.
  • Der Landwirt Thomas Wiesner meldete den Vorfall bei seiner Versicherung – der Mobiliar.
  • Die Versicherung weigert sich nun für das Entfernen des Netzes aufzukommen.

Der Baselbieter Landwirt Thomas Wiesner wird von seiner Versicherung sprichwörtlich hängen gelassen. Wie die «Basler Zeitung» am Montag berichtet, hat eine Windhose am 9. Juli das Schutznetz seiner Erdbeerplantage in die umliegenden 30 Meter hohen Baumkronen befördert. Ein Augenzeuge berichtet der Zeitung, wie das Netz an jenem wolkenlosen Tag von einer plötzlich aufgetauchten Windhose etwa 40 Meter hoch durch die Luft gewirbelt worden sei.

Anschliessend ist das Netz in ein angrenzendes Waldstück abgedriftet und in den Bäumen hängen geblieben. Da es sich sowohl bei Wiesners Erdbeerplantage als auch beim angrenzenden Waldstück um Privateigentum handle, dürfe die Gemeinde Bottmingen wegen finanzieller Bestimmungen die Feuerwehr nicht aufbieten, um das Netz zu entfernen.

Wetterstation registrierte keine Sturmböe

Das Netz wurde aber auch von Wiesner nicht entfernt. Dies, weil sich seine Hausratsversicherung weigert, für die Entfernung aufzukommen, wie er sagt. Der Grund, den die Mobiliar dem Landwirt nannte, sind die Wetterbedingungen am Tag des Geschehens. Wie Mobiliar-Sprecher Jürg Thalmann gegenüber der BaZ bestätigt, werden Sturmschadenfälle erst von der Versicherung übernommen, wenn eine Windgeschwindigkeit von über 75 Kilometer pro Stunde registriert wurde.

An jenem Tag seien es jedoch nur maximal 30 Kilometer pro Stunde gewesen, was zu weit davon entfernt sei, um ausnahmsweise einen Sturmschaden aufzunehmen. Ausserdem seien keine weiteren vergleichbaren Schäden gemeldet worden.

Der Versicherungsexperte kam nie

Bei dieser Messung bezieht sich die Mobiliar auf die rund drei Kilometer entfernte Wetterstation in Binningen. Das Netz ist aber rund zehn Meter breit und 100 Meter lang und hängt nun mal in dreissig Meter hohen Bäumen. «Nur der Wind kann es hinauf getragen haben», so der Landwirt. Sitzt er jetzt auf den Kosten?

Wiesner liess die Absage der Mobiliar nicht auf sich sitzen, wie er auf Anfrage von 20 Minuten sagt. «Ich habe mehrmals bei der Versicherung nachgehakt. Ich wollte, dass jemand vorbeikommt und sich den Schaden ansieht.» Die Mobiliar habe ihm zunächst zugesichert einen Experten vorbeizuschicken. Dieser kam jedoch nie.

Auf Rückfrage des Landwirts hiess es nur, dass die Sache seitens der Versicherung klar sei und sie niemanden zu schicken bräuchten. Vorerst muss Wiesner also selbst für den Schaden aufkommen. Da das Netz über mehrere Bäume gespannt ist, sei dies mit einem enormen Aufwand verbunden, erklärt er. Das Ganze sei für ihn jedoch noch nicht vorbei. Denn: Seine Rechtsschutzversicherung geht der Sache nun nach.

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55 Kommentare
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helveticus

15.09.2020, 17:09

Ob dieser Fall nun von einer Versicherung übernommen wird oder nicht,kann der Bevölkerung egal sein. Dieses Ding muss weg,ebenso der morsche Baum. Der Besitzer einer Sache ist dafür verantwortlich.

Martial2

15.09.2020, 09:45

Schuld daran ist dieser Landwirt, der sein Netz nicht richtig befestigt hat. Die Versicherung ist in diesem Fall nicht verpflichtet für den Schaden aufzukommen. Netz zerschneiden und abreissen... Fertig!

Jack Errara

15.09.2020, 07:56

Selbst die Landwirte bei uns, sind nicht mehr das, was sie mal gewesen sind.