Geplante Hilfsmission: Niemand will mit der Schweiz Ebola bekämpfen
Aktualisiert

Geplante HilfsmissionNiemand will mit der Schweiz Ebola bekämpfen

Die Schweiz will mit Helikoptern an der UNO-Mission UNMEER teilnehmen. Dies aber nur in Zusammenarbeit mit einem militärischen Partner.

1 / 30
Die Schweiz will mit Armee-Helikoptern in den Ebola-Einsatz, aber nur mit einem militärischen Partner.

Die Schweiz will mit Armee-Helikoptern in den Ebola-Einsatz, aber nur mit einem militärischen Partner.

Keystone/urs Flueeler
In Madrid steht ein Flieger der Air France aus Paris mit 183 Passagieren an Bord unter Quarantäne. Ein Passagier aus Nigeria hatte über Schüttelfrost und Fieber geklagt.

In Madrid steht ein Flieger der Air France aus Paris mit 183 Passagieren an Bord unter Quarantäne. Ein Passagier aus Nigeria hatte über Schüttelfrost und Fieber geklagt.

Reuters/Andrea Comas
Am 12. Oktober wurde bekannt, dass sich ein Pfleger beim US-Patienten Eric Duncan mit Ebola infiziert hat.

Am 12. Oktober wurde bekannt, dass sich ein Pfleger beim US-Patienten Eric Duncan mit Ebola infiziert hat.

Keystone/AP/lm Otero

Die Schweiz findet keinen militärischen Partner für die geplante Hilfsmission in Ebola-Gebieten. Der Bundesrat hat deshalb am Mittwoch noch nicht über den Einsatz von Schweizer Armeehelikoptern entscheiden können. Ob es überhaupt dazu kommt, ist offen.

Ein militärischer Partner sei eine notwendige Voraussetzung für den Einsatz zugunsten der UNO-Mission UNMEER, schreibt das Verteidigungsdepartement (VBS) in einer Mitteilung. Schweizer Helikopter können nur in Zusammenarbeit mit einem anderen Staat eingesetzt werden.

«Trotz intensiver Bemühungen» habe bis jetzt kein militärischer Partner finden lassen. Es stehe nicht fest, ob ein Partnerstaat bereit sei, das Schweizer Detachement in die Planung seines Einsatzdispositivs einzubeziehen. Der Bundesrat habe davon Kenntnis genommen.

Unterstützung für UNO-Mission

Bereit wäre das Detachement der Schweizer Armee laut dem VBS: Die Ausbildung der Freiwilligen hat am vergangenen Montag begonnen. Sollten die Rahmenbedingungen vor Ort einen Einsatz doch noch ermöglichen, werde das Geschäft dem Bundesrat später vorgelegt werden.

Im Oktober hatte der Bundesrat entschieden, eine Unterstützung der UNO-Mission zu prüfen. Seither fanden Erkundungsmissionen und Vorbereitungen statt. Die Mission, die der Bundesrat ins Auge fasst, würde nach damaligen Angaben rund neunzig freiwillig rekrutierte Armeeangehörige und Zivilpersonen sowie Helikopter umfassen.

Ein Bedarf an Helikoptern besteht laut dem VBS namentlich in Liberia. Die Strategie der internationalen Staatengemeinschaft sehe den Einsatz von mobilen helikoptertransportierten Rapid Response Teams vor, heisst es in der Mitteilung. (sda)

Zahl der Ebola-Toten auf über 5400 gestiegen

Die Zahl der Ebola-Toten ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf 5420 gestiegen. Insgesamt seien 15'145 Krankheitsfälle in acht Ländern gemeldet worden, teilte die WHO am Mittwoch in Genf mit. Vor allem im westafrikanischen Sierra Leone breite sich die Seuche weiterhin rasch aus. Allein in der vergangenen Woche seien dort über 500 neue Fälle gemeldet worden. Zudem sei die Dunkelziffer insgesamt weiter hoch.

Deine Meinung