Kampf gegen Drogen: Nigerianer helfen Berner Polizisten bei Dealer-Jagd

Aktualisiert

Kampf gegen DrogenNigerianer helfen Berner Polizisten bei Dealer-Jagd

Im Mai kommen afrikanische Beamte nach Bern, um die Berner Kollegen im Kampf gegen Dealer zu unterstützen.

von
Adrian Müller
Die Drogenfahnder Benneth Uche (r) und Kabiru Ibrahim (l) aus Nigeria unterstützten die Zürcher Polizei drei Wochen lang bei ihrer Arbeit mit Drogendealern aus Nigeria.

Die Drogenfahnder Benneth Uche (r) und Kabiru Ibrahim (l) aus Nigeria unterstützten die Zürcher Polizei drei Wochen lang bei ihrer Arbeit mit Drogendealern aus Nigeria.

Diese Polizisten werden in den Berner Gassen die Blicke auf sich ziehen: Kommenden Mai unterstützen zwei afrikanische Drogenfahnder aus Nigeria während zwei Wochen ihre Berner Kollegen im Kampf gegen den Drogenhandel. Sie tragen dabei ihre eigene Uniform. «Sie sind aber nicht bewaffnet und nehmen keine Amtshandlungen vor», sagt Polizeisprecher Michael Fichter. Der Einsatz erfolgt im Rahmen eines Austauschprojektes Schweiz-Nigeria des Bundesamts für Migration (BFM). «Die nigerianischen Fahnder geben etwa Tipps und Tricks für verdeckte Einsätze gegen Drogendealer und helfen bei Befragungen mit», sagt Jürg Walpen vom BFM.

Die Beamten der nigerianischen Anti-Drogen-Behörde waren im vergangenen Jahr bereits in Genf, Zug und St. Gallen mit der lokalen Polizei auf Streife. Dabei zeigte sich rasch, wie hilfreich die nigerianischen Fahnder im Umgang mit verdächtigen Landsleuten sein können: «Die Kontrollen verliefen viel gesitteter, die Afrikaner haben grossen Respekt vor den eigenen Polizisten», sagt Benjamin Lütolf von der Stapo St. Gallen. Kein Wunder: In Nigeria drohen Dealern im Gegensatz zur Schweiz drakonische Strafen. «Die Schweiz ist ein Paradies für Dealer», zeigte sich denn auch ein nigerianischer Polizist erstaunt. Ziel des Projektes sei, mit Hilfe der afrikanischen Beamten die Hintermänner der «Chügeli-Dealer» auszuschalten und Geldflüsse nach Nigeria zu unterbinden, so Walpen.

Deine Meinung