Nine Inch Nails 2005: Neuer Mut, neue Wut
Aktualisiert

Nine Inch Nails 2005: Neuer Mut, neue Wut

Vergessen war Trent Reznor nie. Vielmehr war Mister Nine Inch Nails die sechs Jahre seit dem Doppelschlag «The Fragile» in der Versenkung verschwunden.

In den Abgründen von Drogen und Depression – eine Welt so kaputt und beängstigend wie die Musik von Reznor.

Körperlich clean, doch nicht weniger dreckig und beängstigend in der Musik, meldet sich Reznor nach Remix-, und Raritäten-Alben mit neuen Songs zurück.

Von weit her kriecht er zu Pianoklängen in die Gehörgänge und stellt mit hypnotisierender Wirkung die Frage «Why do you get all the love in the world?». Mit Double-Bass-Salven eröffnet das anschliessende «You Know What You Are?» das Industrial-Feuerwerk dieser passend «With Teeth» betitelten Platte.

Mit «The Hand That Feeds» gelang Reznor zudem wieder ein Düster-Rock-Song, der auch Leute mit Sinn für seichten Pop auf die Tanzfläche lockt. Auch die Ballade «Every Day Is Exactly the Same» gibt seine Trostlosigkeit nicht offensichtlich preis. Doch klingt auch die Zeile «I hurt myself today, to see if I still feel» von NINs «Hurt», gesungen und geadelt von Johnny Cash, in den Ohren vieler als schön, so schön.

Die vorangegangenen Musik-Monumente der Nine Inch Nails wird «With Teeth» vielleicht nicht vom Sockel stossen. Das Aggressionspotenzial dazu schlummert jedoch darin.

Nine Inch Nails «With Teeth», Interscope/Universal.

Olivier Joliat

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