Nintendo am Ende des Umwelt-Rankings

Aktualisiert

Nintendo am Ende des Umwelt-Rankings

Nintendo nimmt bei der Herstellung der Spielgeräte wenig Rücksicht auf die Umwelt. Dies jedenfalls besagt eine von Greenpeace vorgenommene Bewertung von bedeutenden Elektronikunternehmen.

von
Christian Iten

Zum achten Mal hat Greenpeace den «Leitfaden zur grünen Elektronik» veröffentlicht. Im Bericht publiziert die Umweltorganisation eine Rangliste der umweltverträglichsten Elektronikunternehmen. Demnach ist die Firma Nintendo zwar ein bisschen grüner geworden, der Hersteller von Spielgeräten und Videospielsoftware führt mit 0,8 von 10 möglichen Punkten aber immer noch das Schlusslicht an. Für die Rangliste hat Greenpeace 18 führende Elektronikunternehmen geprüft.

«Nintendo hat erstmals einen Corporate Social Responsibility Report veröffentlicht»‚ erklärt Greenpeace-Chemieexperte Martin Hojsik. Dadurch seien diesmal einfach mehr Informationen für die Bewertung des Unternehmens zur Verfügung gestanden. «Wir bemühen uns, mehr Kontakt zu Nintendo zu bekommen»‚ so Hojsik.

Als Trost für Nintendo kann der Greenpeace-Aktivist immerhin erwähnen, dass die Bewertungen der meisten Unternehmen gegenüber der vorigen Version des Berichts deutlich gefallen sind. «Wir haben neue Energie- und Klimakriterien eingeführt»‚ erklärt Martin Hojsik. Ausserdem seien die Bewertungskriterien zu Elektroabfällen und toxischen Chemikalien verschärft worden, sodass nur zwei Unternehmen mehr als die Hälfte des Punktemaximums erreicht hätten. Es sind dies Sony Ericsson und Sony, die mit jeweils 5,1 Punkten das Ranking anführen. Beide Unternehmen konnten durch einen vergleichsweise umfassenden Verzicht auf toxische Materialien punkten.

«Es ist wichtig, dass die Industrie nachhaltig produziert und die Energieeffizienz verbessert wird», sagt Michael Kaufmann, Programmleiter von EnergieSchweiz. Der Bund richte sein Augenmerk derzeit aber auf den Stromverbrauch der Geräte, so Kaufmann. Im Herbst gehe hierzu eine Verordnungsänderung in die Vernehmlassung, die minimale Anforderungen bezüglich Energieeffizienz der elektronischen Geräte festlege. Der für den Schweizer Markt zuständige Nintendo-Vertreter war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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