Aktualisiert 13.07.2008 20:12

Basel

Nirgends fallen mehr durch die Matura-Prüfung

Je nach Kanton haben Gymnasiasten bessere oder schlechtere Chancen, die Matura-Prüfung zu bestehen.

In Basel-Stadt fielen dieses Jahr 39 von 590 Schülern durch die Matura-Prüfung. Das sind 6,6 Prozent – sechsmal mehr als im Aargau oder Thurgau, wo nur ein Prozent der Maturanden durchfielen. Überdurchschnittlich hoch ist die Durchfallquote auch in den Kantonen Bern (3,7 Prozent) und Luzern (3,3), wie die Zeitung «Sonntag» rapportierte.

Die Gründe für die Unterschiede liegen einerseits in der unterschiedlichen Vorselektion: Im Kanton St. Gallen etwa werde «in den ersten beiden Klassen» gesiebt, sagte Marcel Koller vom St. Galler Amt für Mittelschulen gegenüber «Sonntag»: «In der Probezeit scheitern jeweils rund zehn Prozent.» In Basel dagegen gilt für die Matura-Prüfung das ­Motto: Möglichst viele sollens pro­bieren. «Wir haben viel mehr Gymnasiasten als andere Kantone», sagt Hans Georg Signer vom Ressort Schulen zu 20 Minuten. «Deshalb ist auch die Misserfolgsquote höher.»

Trotzdem sind auch die ­Matura-Prüfungen unterschiedlich schwer: «Es sind private Messlatten im Spiel», weiss Urs Moser, Bildungsforscher an der Universität Zürich. ETH-Präsident Ralph Eichler fordert darum eine landesweit einheitliche Matura-Prüfung: «Es braucht einheitliche Standards mit gleichem Schwierigkeitsgrad.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.