Herber Verlust: No Mercy kehrt nicht mehr zurück
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Herber VerlustNo Mercy kehrt nicht mehr zurück

Die Springreit-Karriere von No Mercy ist beendet. Christina Liebherr muss ihr Ausnahmepferd wegen eines Sehnenrisses im linken Vorderbein aus dem Turniersport verabschieden. Die Schweizer Equipe verliert damit ihr bestes Pferd.

Eine Ultraschall-Untersuchung mit einem Spezialgerät, in der Pferdeklinik in Teltge bei Münster, brachte am späten Dienstagabend die bittere Erkenntnis. "Es ist eine sportliche Tragödie. Ich habe meinen besten Sportpartner verloren", sagte Christina Liebherr nach kurzer Nacht traurig, aber gefasst. "Der Verlust ist riesengross und schmerzt sehr. No Mercy hat mir so viel Erfolg und Freude bereitet. Und nun ist mit einem Schlag alles vorbei. Er wird aber nicht operiert, sondern konservativ behandelt. Das angeschwollene Bein wird gekühlt und gepflegt. Ziel ist, dass sich No Mercy wieder schmerzfrei bewegen und auf unserer Weide in Riaz seinen Lebensabend geniessen kann."

Das Unglück ereignete sich am Dienstag im zweiten Springen des CHIO Aachen. Der erfolgreiche 14-jährige Holländer-Wallach der Weltcup-Vierten aus Bulle rutschte nach der Landung in einer Linkswendung am sechsten Hindernis weg, übersprang noch die Triple Barre, knickte danach ein und lahmte sofort. Christina Liebherr stieg vom Pferd und führte ihren Ausnahmespringer an den Ausgang.

Christina Liebherr feierte mit dem heftigen No Mercy beachtliche Erfolge. Der Stern des temperamentvollen Wallachs, der oft auch Fehler seiner Reiterin korrigierte, ging mit dem GP-Sieg in Nörten-Hardenberg 2004 auf. In San Patrignano 2005 gewann die Freiburgerin mit No Mercy sowohl im Einzel als auch mit der Schweizer Mannschaft EM-Silber. 2007 führte sie bis vor dem EM-Final das EM-Einzelklassement an, als ein Sturz in die Triple Barre alle realistischen Medaillen-Hoffnungen knickte.

(si)

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