Nobelpreis für Physik an Deutschland und Frankreich

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Nobelpreis für Physik an Deutschland und Frankreich

Zum zweiten Mal in drei Jahren erhält ein deutscher Physiker den Nobelpreis. Die Auszeichnung geht an Peter Grünberg vom Forschungszentrum Jülich der Helmholtz-Gemeinschaft sowie an den Franzosen Albert Fert.

Beide Forscher wurden für die Entdeckung des GMR-Effekts (Giant Magnetoresistence) 1988 ausgezeichnet. Dieser hat es ermöglicht, die Speicherkapazität von Computern zu erhöhen und den Lesevorgang zu beschleunigen. Die Entwicklung sei «eine der ersten vielversprechenden Anwendungen der Nanotechnlogie», erklärte das Nobelpreiskomitee in seiner Begründung. Die Anwendung dieser Technologie habe die Datenverarbeitung der Festplatten revolutioniert, hiess es weiter. «Die Entdeckung hat auch für die Entwicklung einer neuen Generation von Elektronik eine Rolle gespielt.»

Grünberg und Fert erhielten für ihre bahnbrechende Arbeit schon mehrere Auszeichnungen zusammen. In diesem Jahr wurden die Forscher bereits von der Wissenschafts- und Technologiestiftung Japans (JSTF) sowie der Wolf-Stiftung in Physik ausgezeichnet. Fert lehrt seit 1976 an der französischen Universität Paris-Sud. Gleichzeitig ist er Forscher am nationalen Forschungsinstitut CNRS.

Erst 2005 hatte der Münchener Physiker Theodor Hänsch den Physik-Nobelpreis erhalten. Am Montag wurden die beiden US-Forscher Mario R. Capecchi und Oliver Smithies sowie der Brite Sir Martin J. Evans für ihre bahnbrechenden Verdienste in der Humangenetik mit dem Nobelpreis für Medizin geehrt. Die Verleihung der mit jeweils zehn Millionen Kronen (1,09 Millionen Euro) dotierten Preise erfolgt alljährlich am 10. Dezember, Nobels Todestag. (dapd)

Nobelpreis Physik

Der Nobelpreis für Physik wird alljährlich als zweite der begehrten Auszeichnungen des schwedischen Karolinska-Instituts ausgelobt. Nach dem Willen des Stifters Alfred Nobel soll immer derjenige den renommierten Preis erhalten, der «die wichtigste Entdeckung oder Erfindung im Bereich der Physik» gemacht hat. Darüber hinaus muss diese Forschung dem Wohl der Menschheit dienen.

In diesem Jahr geht der Preis an den Deutschen Peter Grünberg vom Forschungszentrum Jülich der Helmholtz-Gemeinschaft sowie an den Franzosen Albert Fert. Beide wurden für ihre Beiträge zur Erforschung des sogenannten GMR-Effekts ausgezeichnet - des Riesenmagnetowiderstandseffekts, der den Lesevorgang bei Computer-Festplatten beschleunigt hat. Grünberg ist der zweite deutsche Träger des Preises in drei Jahren. 2005 erhielt ihn der Münchener Physiker Theodor Hänsch gemeinsam mit den Amerikanern John Hall und Roy Glauber für Forschungen zur Optik. 2006 ging der Preis an die Amerikaner John C. Mather und George F. Smoot für ihre neuen Entdeckungen zum sogenannten Urknall-Echo.

Nobel, der mit der Erfindung des Dynamits im Jahre 1867 zu Reichtum gelangte, verfügte in seinem Testament den Aufbau einer Stiftung für all jene, die in Medizin, Physik, Chemie und Literatur sowie bei der Völkerverständigung jeweils «im verflossenen Jahr der Menschheit den grössten Nutzen gebracht haben». Die Bestimmung über das «verflossene Jahr» liess sich allerdings nicht halten, da sich der Wert von Entdeckungen bisweilen erst später zeigt. Deshalb revidierte die Nobel-Stiftung im Jahre 1900 ihre Statuten.

1968 stiftete die Schwedische Reichsbank im Einvernehmen mit der Nobelstiftung einen Preis für Wirtschaftswissenschaften, der erstmals 1969 verliehen wurde. Die Preise für Physik, Medizin, Chemie, Literatur und Wirtschaft werden in Stockholm vergeben. Den Friedenspreisträger bestimmt ein gewählter Ausschuss des norwegischen Parlaments in Oslo. Zu Lebzeiten Nobels bestand noch eine Union zwischen Schweden und Norwegen.

Die Verleihung der Nobelpreise erfolgt alljährlich am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters. Die Nobelpreise sind derzeit mit jeweils zehn Millionen Kronen (1,09 Millionen Euro) dotiert. (ap)

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