Nobelpreis für Wirtschaft geht an Edmund Phelps
Aktualisiert

Nobelpreis für Wirtschaft geht an Edmund Phelps

Der Wirtschafts-Nobelpreis geht auch in diesem Jahr wieder in die USA. Preisträger ist der 73-jährige Edmund S. Phelps von der New Yorker Columbia-Universität für seine Analyse von makroökonomischen Zusammenhänge.

Die Wahl für die mit 10 Mio. Kronen (1,71 Mio. Franken) dotierte Auszeichnung wurde am Montag von der Schwedischen Akademie der Wissenschaften (Stockholm) bekannt gegeben. Die Arbeit des Ökonomen habe entscheidende Impulse sowohl für andere Forscher wie für die Wirtschaftspolitik gegeben, hiess es zur Begründung.

In seiner Forschung zeigte Phelps, dass Vollbeschäftigung, Preisstabilität und Wachstum zwar zentrale Ziele der Wirtschaftspolitik sind, aber in bestimmten Fällen zwischen gegenwärtigen Vorteilen und Vorteilen für künftige Generationen abgewogen werden muss.

Von allen 58 bisherigen Preisträgern des Wirtschaftspreises haben 44 in den Vereinigten Staaten gearbeitet. Mit Phelps kommen alle bisherigen sechs wissenschaftlichen Preisträger dieses Jahres aus den USA. (dapd)

Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften gehört nicht zu den fünf ursprünglichen Nobelpreisen. Er wurde erst 1968 von der Schwedischen Reichsbank aus Anlass ihres 300-jährigen Bestehens gestiftet und 1969 zum ersten Mal verliehen. Die Preisträger werden daher auch nicht in der offiziellen Liste des Nobelinstituts aufgeführt, sondern nur in einem Anhang.

Ausgezeichnet werden sollen vor allem Wissenschaftler, die dazu beitragen, die wirtschaftspolitischen Aufgaben der Gegenwart zu bewältigen. Dabei wurde der Nobelpreis überwiegend für die Entwicklung von umfassenden Theorien über grundlegende ökonomische Zusammenhänge verliehen.

Wie bei der Auszeichnung mit Nobelpreisen insgesamt sind auch beim Wirtschaftspreis die Forscher aus den USA einsame Spitze und stellen rund zwei Drittel aller Preisträger stellen. Im vergangenen Jahr ging der Preis an zwei US-Bürger - den in Frankfurt am Main geborenen Robert Aumann und Thomas Schelling. Zu den Preisträgern vergangener Jahre gehören auch die modernen Klassiker der Volkswirtschaftslehre Milton Friedman, Paul Samuelson und Gary Becker.

Europäische Ökonomen haben es dagegen schwerer - bisher gingen nur acht Nobelpreise für Wirtschaftswissenschaften an den alten Kontinent. Deutschland bekam mit Reinhard Selten 1994 die erste und bislang einzige Auszeichnung. Wie viele andere seiner Kollegen musste sich auch Selten den Preis mit zwei amerikanischen Kollegen teilen. (ap)

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