Genetische Schere: Nobelpreis mit König und Diener abgeholt
Aktualisiert

Genetische SchereNobelpreis mit König und Diener abgeholt

Der Basler Forscher Werner Arber erhielt 1978 den Medizin-Nobelpreis für die Entdeckung der so genannten Restriktionsenzyme.

von
CHO
Forscher und Familienvater Werner Arber zeigt stolz seinen Preis.

Forscher und Familienvater Werner Arber zeigt stolz seinen Preis.

Wozu diese gut sind, erklärte seine damals zehnjährige Tochter Silvia so: «In jedem Bakterium wohnt ein König. Er ist lang und dünn. Mein Vater nennt ihn DNA. Der König hat viele Diener. Mein Vater hat einen Diener entdeckt, der mit einer Schere arbeitet. Wenn ein fremder König in das Bakterium eindringt, kann dieser Diener den fremden König in kleine Stücke schneiden.»

Bald nach Arbers Entdeckung gelang es, mit Hilfe dieser genetischen Scheren, Bakterien so zu verändern, dass sie menschliches Insulin herstellen. Dazu wurde ihre DNA mittels Restriktionsenzymen aufgeschnitten, so dass das Insulin-Gen des Menschen in das Erbgut der Bakterien eingesetzt werden konnte. Solche genveränderte Bakterien produzieren grosse Mengen menschliches Insulin für Diabetiker. Die Restriktionsenzyme gehören bis heute zu den wichtigsten Werkzeugen von Biotechnologen – ohne die «Diener mit den Scheren» gäbe es auch die Synthetische Biologie nicht.

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