Schweinegrippe: Noch 4 Verdachtsfälle in 3 Kantonen
Aktualisiert

SchweinegrippeNoch 4 Verdachtsfälle in 3 Kantonen

Die Zahl der Verdachtsfälle von Schweinegrippe in der Schweiz sinkt weiter: Der Bund meldet noch 4 Fälle. Noch vor drei Tagen waren es 26 Verdachtsfälle.

Aktuell betroffen sind Personen aus den Kantonen Aargau, Bern und Baselland. Seit dem Aufkommen der Schweinegrippe A/H1N1 hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 72 Meldungen empfangen. In 67 Verdachtsfällen konnten die Ärzte Entwarnung geben. In einem Fall im Aargau bestätigte sich der Verdacht. Der junge Mann erholte sich inzwischen wieder.

Swissmedic warnt erneut

Im Zusammenhang mit der Schweinegrippe hat das Heilmittelinstitut Swissmedic die Warnung vor dem Bezug antiviraler Grippemittel wie Tamiflu oder Relenza über unbekannte Quellen und vor einer unsachgemässen Einnahme wiederholt.

Bei diesen antiviralen Substanzen handle es sich nicht um Impfstoffe, und eine prophylaktische Einnahme sei daher nicht sinnvoll. Beim Bezug aus nicht kontrollierter Quelle bestehe eine grosse Gefahr, dass es sich um Fälschungen handle, die gar nicht den korrekten Wirkstoff enthielten.

Selbst wenn man ein Präparat mit dem richtigen Wirkstoff erhalte, bestehe bei unsachgemässer Einnahme oder nicht optimaler Dosierung die Gefahr, dass sich resistente Virenstämme bildeten. Diese könnten sich dann ungehindert verbreiten, da die Medikamente nicht mehr wirkten.

Geschäfte mit der Angst

Gegen den A(H1N1)-Virus gebe es aktuell noch keine Impfung. Leider werde jedoch versucht, mit der Angst der Bevölkerung Geschäfte zu machen. Es würden vermehrt auch andere Produkte, etwa Stärkungsmittel oder Arzneimittel zur allgemeinen Förderung der Immunabwehr, als wirksam gegen dieses neue Virus angepriesen.

Diese Behauptungen seien in aller Regel nicht mit wissenschaftlichen Untersuchungen belegt und daher klar missbräuchlich und irreführend. Swissmedic warnt daher vor dem Bezug solcher Mittel.

Tamiflu 7 Jahre haltbar

Neu produzierte Tamiflu-Kapseln von Roche sollen statt 5 neu 7 Jahre haltbar sein. Dies empfiehlt die European Medicines Agency (EMEA) der Europäischen Kommission, wie am Freitag die Nachrichtenagentur AWP berichtete.

Die EMEA hat wegen der Schweinegrippe auch die Verwendung von Tamiflu im Falle von Versorgungsengpässen untersucht. Falls die Weltgesundheitsorganisation WHO eine Pandemie-Situation ausriefe, sollen auch die sich bereits auf dem Markt befindlichen Kapseln nach dem Verfalldatum von 5 Jahren für weitere 2 Jahre verwendet werden. (sda)

Symptome der Schweinegrippe

Die Symptome der Schweinegrippe ähneln der einer ganz normalen Grippe: Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Husten. Einige Patienten berichteten auch über Schnupfen, Halsschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Ohne Laboruntersuchung gibt es keine Gewissheit.

Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch ist sehr kurz, manchmal erkranken Infizierte schon binnen Stunden, die meisten spätestens innerhalb von drei Tagen. In dieser Zeit sind die Patienten schon ansteckend, da die Virenausscheidung über die Schleimhäute des Nasen-Rachen-Raums beginnt. Diese Ausscheidung dauert in der Regel bis zu sieben Tage, bei geschwächten Menschen auch länger. (ap)

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