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Italienische SeifenoperNoch eine Affäre im Hause Berlusconi?

Das Privatleben des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und seiner Frau Veronica Lario wird immer mehr zur Seifenoper. Nun mischt sich auch Formel-1-Chef Flavio Briatore ein und behauptet: «Die Beziehung besteht seit Jahren nur noch auf dem Papier» - unter anderem, weil sie sich mit dem wesentlich jüngeren Bodyguard eingelassen habe.

Nachdem der italienische Regierungschef kritisiert wurde, weil er Gäste seiner Partys auf Sardinien mit dem Regierungsflugzeug transportieren liess, gerät wieder Berlusconis Ehefrau Veronica Lario ins Rampenlicht: Sowohl eine Politikerin aus den eigenen Reihen, Daniela Santanchè, wie nun auch der Renault-Teamchef Flavio Briatore behaupten, dass ausschliesslich Lario fremdgegangen sei.

Es sei nicht Berlusconis Vorliebe für junge bis sehr junge Frauen, die seine Ehe ruiniert habe. Eher sei die 52-jährige Veronica Lario dafür verantwortlich – schliesslich sei sie es, die eine aussereheliche Beziehung mit einem um vierzehn Jahre jüngeren Leibwächter führe, und das seit Jahren, sagte Santanchè gegenüber der rechten Tageszeitung «Libero».

«Berlusconi ist Single»

Und Briatore erklärte in einem Gespräch mit dem «Corriere della Sera»: «Der Ministerpräsident ist Single, seit langem. Er ist Single und frei.» Jeder wisse, dass die Beziehung mit Veronica Lario seit Jahren nur noch auf dem Papier bestehe. Der Skandal um Berlusconi sei «aus dem Neid der Leute geboren», wetterte Briatore.

Der Premier liebe es, sich mit «jungen Leuten zu umgeben», die seien weniger langweilig und sorgten für Inspiration auch im Urlaub in Porto Rotondo. «Berlusconis Villa Certosa ist ein Weltwunder, aber kein Bunker. Er liebt es, den Ort mit anderen zu teilen.»

Fünf Tage vor den Europawahlen ist Berlusconi wegen seiner unklaren Beziehung zu der 18-jährigen Schülerin Noemi Letizia und wegen der Verurteilung seines Ex-Rechtsanwalts wegen Korruption arg unter Druck geraten. Am Sonntag musste der Medienzar eine Wahlrede in Bari absagen, weil rund 300 Demonstranten auftauchten: Die Kundgebungsteilnehmer forderten Berlusconi auf, sich vor Gericht wegen der Korruptionsvorwürfe zu verantworten und sich nicht unter den Schutz des Immunitätsgesetzes zu stellen.

(kle)

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